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das  umgekehrt.  Dieser  erhielt  durch  die  geistliche  Gewalt
seine  weltliche.  6

Auch  das  Phänomen  mit  dem  Dalai-Lama  oder  dem
tibetanischen  Pabst  paßt  nicht  so  weir,  um  dieß  Phänomen
begreiflich  zu  machen.  Der  Päbst  in  Tiber  war  nicht  zwei
Fahrhunderte  Pabst,  und  zwar  unter  einem  unaufgeklärten
Volke,  in  einem  Lande,  wo  Streben  nach  Aufklärung  und
Freiheit  noch  gar  nicht  groß  war,  im  zwolften  und  dreizehnten
  Jahrhundert.

Noch  ein  bekannter  zufälliger,  aber  in  der  That  merkwürdiger
  Synchronismus  ist  zwischen  den  Revolutionen  des
Muhammedanismus  im  mächtigsten  Staate,  in  dem  er
berrschte,  und  den  Revolutionen  des  Pabsitbums.  Es  ist
aber  bloß  zufällig,  bloß  gespielt,  wenn  man  hier  Antithesen
macht.  Um  die  Zeit,  als  Muhammed  erschien,  regierte  in
Rom  der  Episcopus  episcoporum.  Durch  Phecas  begünstigt,
gewann  der  Pabst  neben  dem  Patriarchen  in  Konstantinopel
große  Vortheile.  Um  die  Zeit,  wie  die  Osmanen  in  Klein-Asien
  sich  ausbreiteten,  der  erste  Grund  zum  mächtigsten  mubammedanischen
  Reiche  gelegt  wurde,  durch  Waffen  seine  Re,
ligion  auf's  Neue  eine  Zeitlang  ausbreitete,  erschien  in  Rom
der  Pabst,  der  es  fast  am  allerhöchsten  in  Rücksicht  auf  Anmaßung
  trieb,  Bonifacius  VIII.  Indulgenzen,  Jubeljahr
fallen  in  diese  Epoche.  In  der  Mitte  des  sechzehuren  Jabrhunderts,
  wo  die  Macht  des  türkischen  Reichs  auf's  Hoͤchste
getrieben  wurde,  verstärkt  sich  der  Pabst  durch  die  Jesuiten.
Wie  Catharina  ll.  aufstand,  die  Muhammedaner  zu  zwingen,
  zwang  Joseph  II.  den  Pabst.

Auch  diese  neueste  Revolution  bestätigt  die  Bemerkung  durch
die  ganze  Kirchenhistorie  hindurch,  daß  alle  dauernd  gute  religidse
Aufklärung  von  Deutschland  ausgegangen  ist.  Die  erste