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war  damals  ungewöhnlich.  Eben  so  wenig  war  noch  gewissen
Cardinälen  die  Besorgung  gewisser  Angelegenheiten  überlassen.
Der  Pabst  konnte  dafür  oft  etwas  thun,  wovon  selbst  keiner
  von  jenen  etwas  wußre.  Jetzt  ist's  aber  umgekehrt.
Die  Könige  halten  jetzt  ihre  Gesandten  in  Rom;  jeder  Schritt
also  (wer  ihn  noch  so  heimlich  als  Ganganelli  zu  thun
weiß)  wird  gleich  bekannt,  die  ganze  Verfassung  des  Pabstes
wird  gleich  auskundschaftet,  und  die  feile  Treuc  der  Römer
macht,  daß  Alles  zu  erfahren  ist.  Diese  genaue  Kenntniß
nun,  welche  die  katholischen  Hôfe  von  allen  einzelnen  Personen
  haben,  hat  alsdaun  folgenden  doppelten  wichtigen
Einfluß:  6

a)  Es  haͤngt  nicht  vom  Pabste  ab,  wie  er  sein  Collegium
besetzen  will,  das  einen  eigenen  Staat  ausmachen  soll.
Er  muß  sich  selbst  Männer  zu  Cardinälen  aufdringen
lassen,  die  nichts  weniger  als  seinen  Absichten  gemäß
  sind.

b)  Das  ganze  Cardinals-Collegium  ist  so  bei  allen  Hfen
  bekannt,  daß  bei  einer  neuen  Pabstwahl  selten
einer  auf  den  Thron  kommt,  der  nicht  den  Hofgesetzen
entspräche.  .

Im  Mittelalter  war  es  eines  der  besten  Hölfsmittel,
auch  bei  den  mannichfaltigsten  Stürmen  das  Reich  im  Flor
zu  erhalren,  daß  die  europäischen  Reiche  nicht  in  der  genauen
Verbindung  unter  einander  standen,  wodurch  Jeder  auch  gleich
den  Schritt  des  Andern  erfuhr,  aufmerksam  auf  jeden  Vorzug
  war,  oder  nach  jeder  neuen  Freiheit  geizte,  welche  der
Andere  durch  Freundschaft  oder  Gewalt  erhalten  hatte.  Indessen
  Gregor  VII.  Heinrich  IV.  wie  einen  Jungen  behandelte,
  wies  ihn  Wilhelm  der  Eroberer,  König  von  England,
  mit  seinen  Forderungen  ab.  Der  Pabst  verlangte  von
ihm  den  Petersgroschen  und  die  Investitur.  Jenen  wollte  er