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Der  Pabst  kann  also  zwar,  um  einen  großen  Schaben  abzuwenden,
  der  ihm  von  ungehorsamen  Kindern  gedroht  wird,
für  einen  gegenwärtigen  Augenblick  sich  etwas  vergeben,  aber
eben  dasselbe,  sobald  es  ihm  gefällt,  sich  wieder  vindiciren.
In  Deutschland  ist  eine  vorzügliche  Stütze  des  Pabstthums,
  daß  sich  ver  katholische  Clerus  so  viel  bemüht,  die
Großen  zu  bekehren.  Eines  Fürsten  Seele  ist  der  katholischen
  Geistlichkeit  mehr  werth,  als  eines  Grafen  Seele,
und  diese  wieder  kann  werther  oder  unwerther  seyn,  als  die
Seele  eines  Edelmanns  oder  Gelehrten,  je  nachdem  Reichthum
  und  andere  äußere  Vortheile  eine  vorzügliche  Brauchbarkeit
  des  neuen  Proselyten  versprechen.  In  der  protestantischen
Kirche  ist  bei  weitem  der  rege  Eifer  nichr,  ihre  Lehrsätze  auszubreiten;
  sie  sehen  das  Proselytenmachen  nicht  für  so  verdienstlich
  an.  In  ciner  Monarchie,  wo  das  Pabstthum  ist,
werden  alle  Kräfte  viel  leichter  in  Thätigkeit  gesetzt,  viel  leichter
  auf  einen  Zweck  hingerichtet,  als  wo,  wie  bei  den  Protestanten,
  eine  Kirche  mit  der  andern  bloß  durch  einerlei  Glauben
  und  Hoffnung  verbunden  ist.  ·
Noch  weniger  ist  es  moͤglich,  daß  Protestanten  im  Proselytenmachen
  der  Koͤnige  sehr  gluͤcklich  seyn  koͤnnen.  Ein
großer  Herr,  der  das  Absurde  gewisser  katholischen  Dogmen
fuͤhlt,  ist  meistens  schon  so  weit  in  seiner  Ueberzeugung  gekommen,
  daß  er  aͤußeres  Bekenntniß  dieser  oder  jener  Religion
  bloß  als  gleichgültige  Sache  ansicht,  als  Mittel,  das  er
ergreift,  um  zu  gewissen  äußeren  Vortheilen  zu  gelangen;  und
was  soll  der  Protestantismus  ihm  gegen  die  wichtigen  äußeren
  Vortheile  geben,  deren  er  durch  die  katholische  Religion
fähig  wird,  und  die  er  durch  diese  wirklich  erhält!  «
August,  Kurfürst  von  Sachsen,  wie  er  1697  katholisch
  wurde"  war  überzeugt,  daß  man  um  einer  Krone
willen  wohl  in  die  Messe  gehen  und  den  Rosenkranz  beten