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ihrer  Kirche  übertroffen  sind;  Bapyle  mit  seinem  Dicitionnaire,
  wenn  er  schon  nicht  katholisch  war,  wirkte  doch  zur
Einschränkung  des  Pabsithums  mehr  als  alle  Uebrigen.  Dicses
  Buch  war  eines  der  ersten,  worin  man  tiefes  philosophisches
  Raisonnement  mit  den  ausgebreitetsten  hisiorischen  Kenntnissen
  vereinigt  sah.  Bei  allem  Hasse,  den  Bayle  gegen  Intoleranz
  hatte,  urtheilte  er  doch  von  der  rômisch  -katholischen
Partei  sehr  billig.  Denn  um  so  mehr  birterer  Gegner  der
Katholiken  sein  College  Jurieu  war,  desto  treffender  suchte
er  zu  zeigen,  daß  der  Febler  auch  auf  der  antikatholischen
Seite  sey.  Die  Menge  der  angenehmsten  Anmerkungen,  wovon
  jede  Seite  seines  Werks  voll  ist,  machen  die  Lektüre  desselben
  interessant,  und  sie  konnte  um  so  allgemeiner  werden,
da  auch  der  flächtigste  Leser  ein  Lerikon  brauchen  kann.  Bayle
hatte  von  manchem  Pabste  alles  Aergerliche  zusammengerafft,
was  sich  nur  sagen  ließ,  dabei  aber  immer  den  Ton  der  vollkommensten
  Gleichmüthigkeit  behalten,  und  Alles  unter  einen
Schwall  anderer  Gelehrsamkeit  versteckt.  Und  weil  sich  dieses
Buch  nicht  sogleich  auf  dem  Titel  als  ein  theologisches  ankündigt,
  so  kam  es  leicht  desio  allgemeiner  in  den  Gang.

In  allen  Fächern  war  zu  Anfange  dieses  Jahrhunderts
ein  kritischer  Zeitpunkt.  Man  wollte  das  längst  Hergebrachte,
bloß  durch  das  Privilegium  des  Alters  sich  Schützende  nicht
mehr  gelten  lassen.  Man  machte  nun  Versuche  der  Methode.
Man  wagte  Dinge  zu  bezweifeln,  die  man  in  den  beiden
vorigen  Jahrhunderten  als  Ariom  angenommen.  Die  Jansenisten
  harten  in  der  katholischen  Kirche  die  Spitzfindigkeiten,
  dem  Pabsie  auszuweichen  und  gehorsam  zu  scheinen,
auf's  Höchsie  getrieben.  In  unserer  Kirche  war  der  Pietist
oder  Herruhnter  gefährlich,  wozu  bald  das  dritte,  die
Wolfische  Zänkerei,  kam.  Man  sah  nach  allen  Umständen
  einer  großen  Veränderung  entgegen.