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und  Pabst  waren  gegen  dieses  Responsum  änßerst  aufgebracht,
und  der  Letztere  ließ  zwei  heftige  Breve's  ergehen,  eines  an  den
König  und  das  andere  an  den  Erzbischof  von  Paris,  und
4705  suchte  er  den  Jansenisten  durch  eine  Bulle:  Vineam
Domini  Zebaoth  ctc.,  vollends  den  Hergstoß  zu  geben.  Kraft
dieser  Bulle  mußten  alle  Christen  glauben,  daß  Jansenius
nicht  nur  jene  fünf  Propositionen  angenommen,  sondern  auch
in  einem  ketzerischen  Sinne  behauptet  habe.  Der  bigotte  König
  Ludwig  ging  ganz  in  die  Absichten  des  Pabstes  ein,
und  ließ  diejenigen,  die  jenem  Glauben  sich  nicht  fügen  wollten,
  verfolgen.  Weibern  und  Jünglingen  wurde  die  Communion
  versagt,  wenn  sie  dem  schon  vor  fünfzig  Jahren  verstorbenen
  Ketzer  Jonsenius  nicht  den  Ketzerfluch  in's  Grab  nachschicken
  wollten.  Des  Jansenius  Buch  war  so  groß  und
so  gelehrt,  daß  nur  die  wenigsten  der  eigemlichen  Theologen
von  Profession  es  lesen  konnten,  und  doch  ward  ohne  Unterschird
  für  alle  Christen  Seele  und  Seligkeit  darauf  gesetzt,  dieses
  Buch  zu  verabscheuen.

Die  Gewalt  des  Pabstes  nahm  unter  diesen  Händeln
sehr  zu;  denn  nie  war  die  Idee  von  der  Untrüglichkeit  des
Pabstes  so  hoch  getrieben  worden,  als  damals.  Es  war  noch
nicht  gar  lange  Zeit  her  in  Frankreich,  wo  es  noch  mit  zum
guten  Tone  gehörte,  den  Pabst  in  dogmatischen  Entscheidungen
nicht  für  untrüglich  zu  halten,  Alles  auf  die  Sentenzen  von
allgemeinen  Synoden  ausgesetzt  seyn  zu  lassen  und  den  Pabst
bloß  als  dirigirenden  Präsidenten  dieser  Synoden  anzusehen.
Wie  es  sich  aber  in  zehn  bis  fünfzchn  Jahren  ändern  kann!
Selbst  die  Männer,  welche  vor  Kurzem  diese  Erniedrigung
des  Pabstes  noch  als  ihre  Lieblingssache  betrachtet  hatten,  arbeiteten
  jetzt  mit  allem  Eiser  daran,  die  ausschweifendsten
Ideen  von  seiner  Untrüglichkeit  geltend  zu  machen.  3.  B.
Bossuet.  So  ist  die  Religion  nirgends  mehr  bloßes  Spiel