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oder  Convenienz,  als  bei  der  römischen  Kirche!  —  Die  Vereinigung
  mit  den  Protestanren,  die  Anfangs  bei  diesen  Jansenisten=
  Händeln  zu  gewinnen  schien,  wurde  nun  noch  mehr
entfernt.  Denn  die  Jansenissen,  um  zu  erproben,  dah  sie
gute  karholische  Christen  seyen,  schrieben  mit  mehrerem  Eifer,
besonders  gegen  die  reformirte  Partei,  als  sonst  irgend  ein
Theil  der  katholischen  Gelehrten;  und  diesem  Eifer  hatten  es
die  Jansenisien  größtentheils  zu  verdanken,  daß  sie  bei  dem
Volke  noch  nicht  allzusehr  verhaßt  wurden.

Die  ganze  Streitigkeit  schien  sich,  nach  dem  Schicksal
der  meisten  theologischen  Srreitigkeiten,  durch  den  Forkgang
der  Zeit  abzukühlen,  da  das  Neue  Testament  des  Paker
  Quesnel  und  die  dadurch  veranlaßte  Bulle  Unigeritus
  dei  Klius  (1715)  auf  einmal  wieder  den  eingeschläferten
Grimm  der  jesuitischen  Partei  weckte.  Ein  frommer  gelehrter
Franzose,  ein  pater  ex  congregatione  oratorii,  Paschasius
  Quesnel,  gab  eine  Uebersetzung  des  Neuen  Testaments
  mit  Noten  heraus,  deren  Hauptabsicht  auf  Erbauung
ging.  Das  Buch  fand  einen  Abgang  ohne  Beispiel.  Die
Bischöfe  billigten  es,  empfahlen  es  in  ihren  Didcesen  Jedermänn;
  selbst  der  König  las  es  mit  dem  größten  Nutzen.  Es
war,  als  wenn  man  ein  Buch  dieser  Art  längst  sehulich  erwartet
  hätte.  Die  Jesuiten  waren  aber  dem  Buche  gleich  bei
seinem  ersten  Erscheinen  gar  nicht  hold.  Sie  sahen  es  ungern,
  daß  ein  Mann,  der  nicht  aus  ihrer  Gesellschaft  war,
so  großes  Aufsehen  machte.  Des  Verfassers  Namen  war
ihnen  vorher  schon  verhaßt,  denn  seine  Ausgabe  der  Werke
des  Pabstes  Leo  Magnus  und  die  denselben  beigefügte  Abhandlung
  war  nicht  nach  dem  Wunsche  des  Pabstes  und  der
Jesuiten.  In  den  Noten  zum  Neuen  Testament  stand  gar
manche  Stelle  wider  die  freie  Jesuiten-Moral,  welche  dem
Orden  großen  Schaden  thun  mußte,  da  das  Buch  so  allgemein