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auszuüben.  Man  hielt  dieses  zu  Rom  für  einen  wichtigen,
folgenreichen  Schritt.  Sie  müssen  aber  dort  keine  propheiische
Gabe  gehabt  haben,  denn  noch  ist  dieser  vermeinte  wichtige
Schrin  ohne  Folgen.  —

Nach  einer  zwanzigjährigen  Regierung  traf  den  Pabst
das  allgemeine  Loos  der  Menschheit.  Urban  VIII.  ausgenommen,
  war  er  seit  fünfhundert  Jahren  der  Einzige,  der  die  dreifache
  Krone  so  lange  trug.  Vielleicht  weil  der  Orden,  der
sonst  schon  für  so  manchen  Pabst  den  Leibmedikus  gemacht
hatte,  mit  ihm  so  zufrieden  war,  daß  er  keine  Ursache  sand,
seiner  los  werden  zu  wollen.  Im  Conclave,  das  zur  Ersetzung
dieses  Oberhauptes  gehalten  wurde,  wählre  man  unerwartet
schnell  und  ganz  übereinstimmend  den  Cardinal  Conti,  66
Fahre  alt,  der  unter  dem  Namen  Innocenz  XIII.  am  8.
Mai  1721  den  päbsilichen  Stuhl  bestieg.

Innocenz  XIII.  (1721  —  4724.)

Daß  der  neuerwählte  Pabst,  besonders  da  das  Conclave
Anfangs  in  sechs  Fakrionen  getheilt  war,  endlich  alle  Stimmen
  für  sich  gewonnen,  war  ein  so  seltenes  Phänomen,  daß
man  glaubte,  der  Pabst  müsse  entweder  außerst  dumm  oder
politisch  fein  seyn.  Keines  von  beiden  traf  zu.  Er  war  mittelmäßig
  in  Allem,  und  eben  darum  recht  geschickt,  sein  kleines
  Land  zu  beglücken  und  manchen  Fehler  seiner  Vorfabren
zu  verbessern;  das  Wichtigste  war  Einschränkung  des  allgewaltigen
  Einflusses,  den  die  Jesuiten  unter  dem  vorigen  Pabste
gehabt  hatten.  Bei  ihm  fand  kein  Nepotismus  statt.  Er
war  wahrer  Wohlthäter  seines  unglücklichen  Landes.  Clemens
  Xl.  hatte  sich  unterstanden,  zur  Zeit  seiner  Händel  mit
Kaiser  Joseph  eine  halbe  Million  Scudi  aus  dem  Sirtinischen
  Schatze  zu  nehmen,  um  seine  Soldaten  in's  Feld  zu