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und  er  ward  wirklich  Pabst.  Vielleicht  glaubten  die  Roͤmer,
das  Amt  werde  doch  wohl  endlich  auch  ihn  zum  Manne  machen;
  aber  alle  diese  Hoffnungen  zerfielen  schändlich.  Er  behauptere
  sogar  nicht  einmal  das  äußere  Pabst-Decorum.  Er
lebte  noch  als  Pabsi  wie  ein  Bettelmduch,  hatte  in  seinem
Zimmer  kaum  ein  paar  zerbrochene  Tische  und  hölzerne  Stühle;
sang  Bußpsalmen,  wenn  er  sollte  Staats-Affairen  unrersuchen,
ließ  sich  oft  von  einem  Bruder  im  Dominikaner-Kloster  die
Disciplin  geben.  Raphaels  Malereien  im  Varican  waren  ihm
nicht  fromm  genug;  es  war  also  schon  ein  Schmierer  bestellt,
der  sie  alle  mit  dem  Leben  der  Maria  bemalen  sollte.  Die
Roͤmer  wollten  rasend  werden,  konnten  es  aber  doch  nur  mit
Muͤhe  hintertreiben.

Mit  der  Kleiderordnung  machte  er's  eben  so  bunt,  schrieb
ledigen  und  verheiratheten  Personen,  vornehmen  und  geringen
Frauenzimmern  eine  besondere  Kleidung  vor,  und  die  Juden
mußten  ein  besonderes  Zeichen  nach  seiner  Phantasie  tragen.
Mit  einigen  Cardinälen  bekam  er  große  Verdrießlichkeiten,
wie  sie  sich,  besonders  in  Ansehung  ihrer  Haare,  nach  seinen
Befehlen  nicht  richten  wollten,  und  es  gab  darüber  sogar  Gefängniß=
  Strafen.

Nicht  viel  klüger  als  diese  Kleiderordnung  war  der  Einfall,
  Pabst  Gregor  VII.  zu  kanonistren,  weil  er  Kaiser  Heinrich
  IV.  abgesetzt  hatte.  Bei  jedem  andern  Pabste  wäre  ein
solcher  Einfall  Probe  der  grenzenlosesten  Unverschämtheit  gewesen,
  bei  ihm  war  es  klare  Einfalt.  Aber  weder  Kaiser  noch
Könige  konnten  diesem  Spiel  des  Einfältigen  zusehen;  Benedikt
  mußte  absiehen.  6

Den  Dominikaner  merkte  man  ihm  auch  noch  in  vielen
anderen  Stücken  an.  In  dem  Streite  wegen  der  chinesischen
Missionen  unterstützte  er  diesen  seinen  Orden,  und  verlangte
von  den  Jesuiten  durchaus  Gehorsam,  ging  endlich  so  weit,