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ihnen  aus  päbstlicher  Machtvollkommenheit  einen  Ordens-General
  zu  setzen.  Sein  Eifer  für  die  Constitution  Unigenitus
  war  nicht  mehr  Eifer  für  die  Sache  der  Jesuiten,  sondern
  bloß  für  die  Ehre  seines  Stuhls.  Denn  er  selbst  war
als  Dominikaner  diel  zu  eifriger  Anhänger  des  heiligen  Augustin
  und  Thomas,  als  daß  er  die  Lehre  der  Jesuiten  von  der
Gnade  hätte  billigen  können.

Man  müßte  unbillig  seyn,  wenn  man  leugnen  wollte,
daß  bieser  theologische  Eifer  nicht  auch  zuweilen  etwas  Gutes
hervorgebracht  habe.  Benedikt  drang  sehr  darauf,  daß  das
Volk  in  der  Religion  wahrhaft  besser  unterrichtet  werden  sollte;
machte  den  Predigern  zur  Pflicht,  nicht  bloß  Messe  zu  lesen,
sondern  dabei  immer  auch  Ermahnungen  an  das  Volk  zu
halten,  und  in  diesen  alle  Streitpunkte  wegzulassen.  Er  empfahl
  Lesung  der  heiligen  Schrift  sogar  auch  den  Laien,  und
suchte  seinen  Anordnungen  durch  Verknüpfung  mit  politischen
WVortheilen  besseren  Eingang  zu  verschaffen.  Er  ließ  z.  B.
bei  der  Ausstattung  armer  Maͤdchen  (eine  jährliche  Gewohnheit
  in  Rom)  allemal  darauf  sehen,  welche  die  festesten  in
der  Religion  wären.  »

Gleich  im  zweiten  Jahre  seiner  Regierung  hielt  er  im
Lateran  eine  roͤmische  Provinzial-Synode,  und  zeigte  hier  noch
das  erste  Feuer  seines  Reformations-Eifers.  Gleich  bei  dieser
ersten  Probe  aber  konnte  er  lernen,  daß  ein  Pabst  mehr  Gutes
  wollen,  als  thun  kann,  und  daß  außer  ihm  noch  Mehrere
dabei  zu  sprechen  haben,  bis  etwas  zu  Stande  kommt.  Geistliche
und  Fürsten  proteliirten  gegen  diese  Gesetze;  jenen  schienen
sie  zu  streng,  diesen  zu  päbstlich.  Die  Cardinäle  geriethen
mit  dem  Pabste  in  den  heftigsten  Zwist;  sie  wollten  die  Canones
  als  entscheidende  Richter  unterschreiben,  er  wollte  sie
als  bloße  Ja-Herren  (consentientes)  gelten  lassen.  Man  sah
hier  an  einem  neuen  Beispiele,  wie  der  Pabst,  seine  Ehre  und