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Anschen  zu  retten,  nichts  Klügeres  thun  koͤnne,  als  nichts
thun,  und  wie  sich  die  ganze  Politik  desselben  mehr  auf  das
Unterlassen,  als  auf's  Handeln  gründen  muß.

Einen  großen  Theil  des  Unglücks  der  Regierung  Benedikts
  hatte  sein  Gönstling,  der  Cardinal  Coscia,  auf  dem
Gewissen.  Eine  niederträchtige  Seele,  die  eben  gerade  so  ganz
dazu  gemacht  war,  einen  Mann  so  voll  Einfalt  und  Laune  zu
fesseln,  wie  der  Pabst  war.  In  Gegenwart  des  Pabstes  spielte
er  den  Mietisten,  und  in  Nom  lebte  Niemand  lüderlicher  als
er.  Indeß  der  Pabst  um  Erleuchtung  betete,  verkaufte  Coscia
  Alles,  was  in  Handel  gebracht  werden  konnte:  Aemter,
Fustiz,  Pfründen,  Privilegien  für  begangene  und  noch  intendirte
  Gottlosigkeiten.  Alles  verschwärzte  er  beim  Pabste,  um
allein  Herr  zu  bleiben;  und  Privat-Feindschaften  machte  er
zu  öffentlichen  Angelegenheiten.  Weil  er  den  Nuntius  in
Portugal  nicht  leiden  konnte,  so  durfte  dieser  durchaus
nicht  Cardinal  werden,  ungeachtet  ihn  der  König  auf's  dringendste
  empfabl,  und,  erbittert  über  die  Verschmähung  seiner
Empfehlung,  allen  Zusammenhang  mit  Rom  aufhob.  Eher
sollte  die  rdmische  Kirche  ein  wichtiges  Königreich  verlieren,
ehe  Coscia  nachgab.  Die  Regierung  des  frömmsten  Pabstes
dieses  Säculums  wurde  deßwegen  Schauplatz  aller  Ungerechtigkeit;
  und  die  Roͤmer  entdeckten  jetzt  mit  jedem  Tage  deutlicher,
  wie  genau  bei  ihm  eintraf,  was  Tacitus')  von
Galba  urtheilte:  omnium  consensu  capax  imperii,  nisi  imperasset.
  Den  harten  Druck  dieser  elenden  Regierung  fühlten
aber,  wie  immer,  vorzüglich  nur  die  Roͤmer.  Seine  Regiegierung,
  als  Pabsithum  betrachtet,  war,  wenn  auch  Coscia
seine  Hand  dabei  hatte,  immer  noch  erträglich.

Aber  es  fallen  in  seine  Zeit  ein  paar  Begebenheiten,

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