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nicht  thätig  genug  gewesen  seyn  soll,  den  Tumult  illen  zu
lassen,  wird  nach  einem  höchst  unordentlichen  Prozesse  öffentlich
  enthauptet.  Ein  Intercessions-Schreiben  des  Königs  von
Preußen  konnte  den  redlichen  Greis  so  wenig  retten,  als  viele
andere  Personen,  die  zugleich  mit  ihm  durch  die  Hand  des
Henkers  sterben  mußten.  Man  beschleunigte  die  Erekution,
um  nicht  durch  mehrere  Intercessions-Schreiben  gestört  zu
werden,  gab  dem  Greis  die  Wahl  zwischen  Tod  und  Annahme
  der  karholischen  Religion.  Ein  paar  lutherische  Prediger
  mußten  Stadt  und  Land  räumen,  eine  der  angesehensten
Kirchen  wurde  den  Protestanten  genommen,  und  die  Hälfte
des  Magisirats  mit  Katholiken  besetzt.  Die  Wuth  der  Verfolgung
  und  der  kleinen  ausgehäuften  Leiden  stieg  so  hoch,  daß
endlich  selbst  der  Primas  des  Reichs,  der  Bischof  von  Cnesen,
  dieser  Unglücklichen  sich  annahm.  Alles  aber,  was  sie
zur  Satisfakrion  erhalten  konnten,  war  die  Verfi  cherung,  daß
sie  nicht  ganz  verdrängt  werden  sollten.

Nicht  so  blutig  waren  die  Auftritte  in  der  Pfalz;
aber  doch  fast  eben  so  frech  wurden  die  heiligen  Verträge,
beschwornen  Compaktate  und  theuer  erkauften  Privilegien  verletzt.
  Man  sollte  fast  zweifeln,  wenn  man  die  Geschichte  solcher
  Bedrückungen  liesr,  wie  die  pfälzischen,  ob  nicht  protestantische
  Geduld  hier  mehr  ermüden  mußte,  als  bei  einem
bloß  einzelnen  blutigen  Auftritte.  Kurfürst  Philipp  Wilhelm
  hatte  beim  Antritt  seiner  Regierung  den  Vertrag  auf's
feierlichste  bestätigt,  den  er  zur  Bestätigung  der  Rechte  der
evangelischen  Kirche  zu  Schwäbisch=  Hall  mit  seinen  Regierungs-Vorfahren
  errichtet  hatte.  Der  Anspruch  des  Herzogs
von  Orleans  auf  die  Allodial-Erbschaft  des  letzten  Kurfürsten
erregte  den  verwüstendsten  Krieg,  und  die  Franzosen,  die  damals
  von  den  Bigotterien  ihres  Königs  beseelt  waren,  ließen
überall  in  der  Malz  die  katholische  Religion  wenigstens  in