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von  der  großen  paͤbstlichen  Kirche,  fortlebte,  und  da  dauert
sie  noch.

Clemens  zankte  sich  bald  mit  diesem,  bald  mit  jenem
Staat,  und  selbst  Streitigkeiten,  die  sein  Vorfahr  abgethan
hatte,  ließ  er  nicht  ruhen,  denn  man  sah  die  Vergleiche  als
ein  Werk  des  erkauften  Coscia  an.  So  ward  der  Vergleich
vernichtet  zwischen  Benedikt  und  Sardinien  wegen  der  geistlichen
  Jurisdiktion  und  Ersetzung  der  Pfründen;  die  bisher
so  lange  umsoust  betriebene  Forderung  des  Koͤnigs  von  Portugal,
  daß  der  Nuntius  an  seinem  Hofe  Cardinal  seyn  sollte,
ward  zwar  endlich  erfochten,  aber  der  Pabst  war  voll  Argwohns,
  das  neuerrichtete  Patriarchat  zu  Lissabon  möchte  endlich
  ein  portugiesischer  Pabststuhl  werden.  Seine  heftigsten
Händel  hatte  er  mit  Spanien.  Die  Königin  Elisabeth,
Philipps  V.  Gemahlin,  die  in  der  Regierung  Vielverm#-=gende,
  sah  sich  allenthalben  um,  wo  sie  glaubte,  eine  Verforgung
  für  ihre  Prinzen  zu  erhalten.  Unter  andern  Versorgungen
fiel  ihr  auch  ein,  die  reichen  Erzbisthümer  Toledo  und  Sebilla
  ihrem  dritten  Prinzen  Ludwig  zu  geben,  der  damals  noch
ein  Kind  (acht  Jahre  alt)  war.  Die  Königin  wollte  sogar  den
Cardinals-Hut  für  ihn  haben.  Der  Pabst  webrte  sich  lange,
mußte  aber  doch  endlich  nach  dem  Willen  seiner  Gebieterin
leben.  —  So  war  die  ganze  Regierung  dieses  Pabstes  bloß
ein  Gewebe  von  kleinen  Zänkereien,  Versuchen  und  Beweisen
seiner  Unmacht.  ç

Nichts  zeichnete  deßwegen  seine  Lebenszeit  mehr  aus,  als
die  zu  Paris  in  neuer  Gestalt  aufbrausenden
Constitutions-Gährungen.  Der  Verlauf  war  folgender:
  Die  Partei  der  Anti-Constitutionisten  (Jansenisten)  war
durch  königliche  Verordnungen  und  päbsiliche  Wachsamkeit  so
unterdrückt#,  daß  sie  sich  nur  mit  Seufzen  und  Bücherschreiben
belsen  konnte.  Der  Respekt  gegen  die  vorzügliche  ernstliche