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auf's  Neue,  daß  es  bei  allen  solchen  Versuchen  der  roͤmischen
Kirche  ein  Grundsatz  ist,  gar  nichts  aufgeben  zu  wollen.  Ein
alter  abgesetzter  Patriarch  von  Constantinopel,  Jeremias  III.,
auf  den  Verg  Sinai  relegirt,  bekam  4754  Gelegenheirt,  nach
Konstantinopel  zurückzukommen,  machte  sich  bei  den  Griechen
Anhang,  und  gewann  die  Katholiken  durch  das  Versprechen,
ihnen  die  griechische  Kirche  zu  unterwerfen.  ?)  Diese  unterstätzten
  ihn  mit  Geld,  das  er  sehr  brauchte,  den  Großvezier
und  den  Bassa  zu  besiechen.  Es  war  so  eben  an  dem,  daß
er  seinen  Zweck  erreicht  hätte,  da  er  einen  Vergleich  einging,
und  gegen  etliche  tausend  Thaler  einer  jährlichen  Pension,
eine  reiche  Abtei  in  der  Moldau,  seine  Prätension  aufgab.
Gereizt  von  Katholiken,  wenn  es  je  bei  ihm  dessen  bedurfte,
griff  er  seine  Forderungen  sogleich  wieder  auf;  das  Geld  der
Griechen  aber  überwand  das  Geld  der  Lateiner.  Jeremias
ward  vogelfrei  erklärt,  die  vorgehabte  Umerwerfung  der  Griechen
  unter  den  römischen  Bischof  ihm  zum  ersten  Verbrechen
gemacht,  und  die  Griechen  hatten  hiebei  zuerst  das  Glück,
für  ihren  Patriarchen  eine  schriftliche  Bestallung  zu  erhalten.
Alle  Vereinigungs-Versuche  mit  den  Griechen  kosten  gewöhnlich
  viel  Geld  und  List,  und  sind,  wie  mehrere  Beispiele  zeigen,
  kaum  während  der  Regierung  eines  einzigen  Patriarchen
dauerhaft.  Besser  angewandt  war  das  Geld  des  Pabsies,  da
er  in  gleicher  Absicht  ein  Seminarium  für  junge  Griechen  in
Rom  anlegte,  und  durch  dieses  nach  und  nach  auszurichten
suchte,  was  sich  mit  Gewalt  nicht  zwingen  ließ.  Das  Seminarium
  heißt  noch  das  Corsinische.  Sein  JIustitut
wäre  noch  schöner  gewesen,  wenn  der  Pabst  das  Geld  zur
Errichtung  von  seiner  päbsilichen  Kammer  erspart  hätte;  aber

*)  Acia  Hist.  Eccl.  T.  IV.  p.  4019.