398

der  Pabst  keine  dortige  Stelle  ohne  des  Königs  ausdruͤckliche
Einwilligung  zu  vergeben  versprach.  Der  König  zog  nicht
ollein  sogleich  die  Lehen  des  Pabstes  in  Piemont  ein,  londern
schickte  auch  dem  Pabste  zum  Trotze  einen  Baumeister  nach
Rom,  der  Benedikt  XIII.  zur  Vergeltung  ein  prächtiges  Monument
  errichten  sollte.  Der  Pabsi  ließ  weitläufige  Deduktionen.
  gegen  den  sardinischen  Hof  drucken;  der  sardinische
Minister  wußte  sie  immer  noch  vor  gänzlichem  Abdrucke  zu
erhalten,  meistens  war  die  Widerlegung  schon  früber  da,  als
die  Deduktion  erschien.  —  Die  Verordnungen  Elemens  gegen
die  Freimaurer  können  nicht  als  besondere  Merkwürdigkeit  seiner
  Regierung  ausgezeichnet  werden,  denn  es  ergingen  eben  so
viele  und  strengere  in  protestantischen  Lindern.  Merkwürdig
isi  der  Versuch,  1755  die  Er-Kommunikation  der  Komddianten
  aufzuheben.  Die  Kongregation  des  heiligen  Officium  war
sehr  dafür;  der  französische  Gesandte  interessirte  sich  im  Namen
  seines  Kdnigs,  aber  die  Sache  ging  doch  nicht  durch.
Für  den  Deutschen  besonders  ist  unter  Clemens  Regierung
nichts  mehr  merkwürdig,  als  daß  er  die  Eremtion  des  Bisthums
  Passau  bestätigte.

Wenn  einmal  alle  diese  kleinen  Begcbenheiten  laͤngst  in
der  Geschichte  sich  verloren  haben,  so  wird  der  Freund  der
morgenländischen  Literatur  das  Gedächtniß  Clemens.  noch  beständig
  segnen,  weil  er  seiner  Liebe  zu  den  Wissenschaften
zwei  wichtige  Werke  verdankt.  Auf  Kosten  des  Pabsies  reiste
der  Maronit  Joseph  Simon  Assemanni,  einer  der  Unter-Aufseher
  der  Vaticana,  drei  Jahre  im  Orient,  sammelte  sich
nicht  nur  dort  die  wichtigsten  Kenntnisse,  sondern  ward  auch
vom  Pabste  so  unterstützt,  daß  er  einen  unschätzbaren  Vorrath
von  Münzen  und  Manuseripten  mitbrachte.  Seine  Bibliotheca
  Orientalis  liefert  Ercerpte  dabon,  und  durch  ihre  Benützung
  bekommt  die  orientalische  Kirchen-Geschichte  ein  ganz