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haͤtte  verschließen  sollen.  Cardinal  Passionei  war  sein  gelehrter
  Guͤustling.  Der  Pabst  war  mehr  offener  Kopf,  als
Gelehrter,  mußte  also  immer  eine  andere  Hand  haben,  die  ihn
mit  Ideen  versah,  und  dafür  war  Passionei,  der  gelehrteste
aller  Cardinäle.  Eines  der  ersten  Geschäfte  seiner  Regierung
war  die  Aus  söhnung  hinsichtlich  der  Streitigkeiten
  mit  den  verschiedenen  Höfen,  welche  die  ganze
vorige  Regierung  hindurch  nicht  beigelegt  werden  konnten.  Der
Vergleich  mit  Sardinien,  dem  es  zu  Ende  der'  vorigen
Regierung  an  der  völligen  Ratifikation  fehlte,  ward  vollkommen
  geschlossen.  Wie  der  mit  Neapel  geschlossen  ward,  ist
nichr  bekannt.

Der  Pabst  war  bei  allen  Gelegenheiten  gefällig  gegen  die
Kdnige,  und  mengte  sich  in  ihre  innercu  Streitigkeiten  so  wenig
  als  möglich.  Zwar  den  Oesierreichern  sehr  geneigt,  erkannte
  er  doch,  wie  nach  dem  Tode  Karls  VI.  4740  ein  Kaiser
  aus  dem  Hause  Bayern  gewählt  ward,  denselben  sogleich
an.  Indessen  ließen  sich  mit  aller  Guͤte  doch  Verdrießlichkeiten
  nicht  ganz  verhindern,  und  höchsi  unerwartet  war  es  dießmal
  ein  protestantischer  Kdnig,  der  dem  Pabste  viel  Angst
machte.  Der  König  in  Preußen,  Friedrich  II.,  der
4740  auf  den  Thron  kam,  fand  nach  Karls  VI.  Tode,  daß
ihm  das  Haus  Oesterreich  große  Stücke  von  Schlesien  vorenthalten
  habe,  die  doch  nach  göttlichem  und  meuschlichem
Rechte,  wie  ihm  dieß  schien,  ihm  hätten  gehdren  sollen.  Er
holte  sich  also,  was  man  ihm  nicht  geben  wollte.  Der  Pabst
schlug  Lärm,  daß  ein  protestantischer  König  einer  katholischen
Majestät  so  hoch  zusetze;  aber  die  Zeiten  waren  nicht  mehr,
daß  man  sich  zu  einem  Kreuzzuge  gegen  solche  Ungläubige
entschloß.

Der  Bischof  von  Breslau,  Cardinal  von  Zin  zendorf,
  war  vom  Könige  in  Preußen,  als  dieser  Schlesien