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wechselsweise  besetzen,  denn  es  war  theils  oͤsterreichisch,  theils
venetianisch.  Weil  aber  doch  der  groͤßte  Theil  venetianisch
war,  und  Venedig  das  Meiste  zum  Unterhalte  des  Patriarchen
  geben  mußte,  so  spielten  sie  es  so,  daß  sich  der  Patriarch
immer  einen  Coadjutor  erwählte;  Oesterreich  kam  also  nie  zur
Wechsel-Wahl.  Endlich  verlegte  vollends  der  Patriarch  seinen
  Sitz  in's  Venetianische.  Der  kaiserliche  Hof  klagte  zu
Rom,  und  der  Pabst  fand  seine  Klage  so  gerecht,  daß  er
einen  apostolischen  Vikarius  in  den  öfterreichischen  Sprengel
setzte.  Die  Venetianer  beschwerten  sich  zwar  darüber.  Cardinal
  Quirini,  ein  geborner  Venetianer,  nahm  sich  seines
Vaterlandes  an,  und  sagte  dem  Pabste  die  heftigsten  Beleidigungen,
  weil  ja  auch  der  Apostel  Paulus  den  Apostel  Petrus
habe  bestrafen  können.  Alle  Bewegungen  der  Venetianer  aber
waren  doch  fruchtlos.  Der  Pabst  theilte  endlich  das  bisherige
Patriarchat  in  zwei  Bisthümer.  Der  Bischof  von  Utinum
erhielt  den  venerianischen  Antheil,  und  der  Bischof  von  Görz
den  österreichischen.  So  bewies  sich  der  Pabst  bei  solchen  Gelegenheiten
  oft  billig,  daß  beide  Parteien  damit  völlig  zufrieden
  waren.  Aber  Pabst  war  er  doch  immer  dabei;  den  Ketzern
unhold,  bei  aller  Friedlichkeit  derselben  aufmerksam,  daß  sein
Reich  keine  neue  Wunde  erhielte.

Wie  die  Kaiserin  Königin  beim  österreichischen
Srceessions-Kriege  gen  dthigt  war,  den  Evangeli-=schen
  in  Ungarn  etwas  mehr  einzuräumen  von
dem,  was  ihnen  längst  unrechtmäßig  emrissen  war,  so  konnte
sich  Benedikr  XIV.  so  wenig  dabei  mäßigen,  daß  er  in  einem
öffentlichen  Consistorium  darüber  jammerte.  Und  wie  sich  die
Nachricht  verbreitete,  daß  Schach  Nadir  die  Bibel  in's  Persische
  wolle  übersetzen  lassen,  so  befürchtete  er  mannichfaltigen
Nachtheil  für  die  karholische  Religion,  und  gab  sich  alle  mögliche
  Mühe,  das  Vorhaben  zu  hintertreiben.  Da  der  regierende