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hierüber  zu  urtheilen.  —  Bonifacius  VIII.  zu  Anfang  des
vierzehnten  Jahrhunderts  brauchte  Geld,  um  sich  in  seinen
Händeln  zu  behaupten,  die  er  besonders  mit  König  Philipp
dem  Schbnen  in  Frankreich  hatte.  Die  gewöhnliche  Art,
wic  bisher  den  Ländern  ihr  Geld  abgenommen  war,  schien
nicht  mehr  zureichend.  Das  Geld  ging  zu  langsam  ein,  und
floß  auch  in  die  Kassen  der  Bischofe.  Es  mußte  also  ein
Kunsigriff  erdacht  werden,  wodurch  die  verschiedenen  Canäle
von  Kirchen-Revenüen  einzig  nach  Rom  geleitet  würden,  und
der  Jufluß  recht  schnell  befördert  werden  konnte.  Bonifacius
ließ  ausstreuen,  daß  Alle,  die  im  bevorstehenden  Jubel-Jahre
die  Peterskirche  zu  Rom  besuchen  würden,  Ablaß  auf  hundert
Jahre  erhalten  sollten.  Leer  durfte  man  vor  dem  rdmischen
Altare  nicht  erscheinen,  und  da  der  Geist  der  Pilgrimschaft
und  der  Wallfahrten  damals  noch  sehr  allgemein  war,  so  ließ
sich  hoffen,  die  Menge  werde  ersetzen,  was  vielleicht  an  der
Größe  der  Geschenke  abzugehen  schien.  Ueber  zwei  Millionen
Menschen  kamen  in  diesem  ersten  Jubel-Jahre  nach  Rom;
auf  der  Straße  dahin  war  fast  eine  zusammenhängende  Procession;
  nur  an  kleiner  Münze  fiel  über  50,000  Gulden
Opfer.  Dieser  Vortheil  war  so  schmeichelhaft,  daß  man  nicht
hundert  Jahre  wieder  warten  wollte.  Schon  1350  setzte  Clemens
  Vl.  das  zweite  Jubel-Jahr  an,  weil  die  Juden  alle
fünfzig  Jahre  eines  hätten.  Die  Römer  sehnten  sich  außerordentlich
  nach  der  Ernte,  deren  Ergiebigkeit  sie  schon  einmal
  genossen;  und  Clemens  ließ  eine  noch  viel  kräftigere
Bulle  ergehen,  als  Bonifacius.  Er  befahl  den  Paradies-Engeln,
  die  Seelen  derer,  die  auf  der  Rrise  sterben,  gerade
in's  Paradies  zu  bringen  und  mit  dem  Fegefeuer  zu  verschonen.
  Aber  von  4350  bis  1400  konnten  weder  der  Pabst
noch  die  Römer  warten.  Weil  der  Herr  Christus  nur  drei
und  dreißig  Jahre  alt  geworden  sey,  so  sagte  Urban  VI.