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her  Vortheil  zu  ziehen.  Die  Jesuiten  waren  nicht  Weltgeistliche,
  denn  sie  batten  Ordens-Gelübde,  aber  auch  nicht  Mönche,
denn  welcher  Moͤnch  ist  vom  Brevierlesen  frei?  Der  Jesuit
war  es,  damit  er  dadurch  in  anderen  seiner  wichtigen  Beschäftigungen
  nicht  gestoͤrt  wuͤrde.  Seiner  ganzen  Anlage  nach
sollte  der  Orden  ein  Bettel-Orden  von  der  eisrigsten  Classe
seyn;  wer  hält  es  aber  nicht  für  Spott,  die  Jesuiten  einen
Bettel-Orden,  Genossen  der  Capuziner  zu  heißen?  Der  ganze
Orden  war  gleich  Anfangs  völlig  cremt.  Er  theilte  sich  sehr
bald  in  drei  Classen:

4)  In  eigentliche  Prokessi,  diejenigen,  die  hinter  den
Vorhang  gelassen  werden.  Sie  haben  außer  den  drei  Mönchs-Gelübden
  noch  das  vierte,  überall  hinzugeben,  wohin  sie  der
rômische  Bischof  senden  wolle.  Die  Professen  sollten  das  Gelübde
  der  Armuth  im  eigentlichsten  und  schärfsten  Verstande
beobachten,  beständig  von  Almosen  leben,  aller  Erbschaft  unsähig
  sepn,  selbst  die  Gesellschaft  sollte  in  ihrem  Namen  nicht
erben  können.

2)  Scholostici.  Diese  mußten  sich  auf  den  Unterricht
  der  Jugend  legen;  waren  also  Vorsteher  und  Lehrer  in
den  Collegien-Häusern.  Am  Unrerrichte  der  Jugend  lag  den
Jesuiten  sehr  viel:  das  war  die  Maske,  unter  der  sie  sich
überall  einschlichen,  der  Kanal,  wie  sie  ihr  Gift  der  Welt
und  Nachwelt  communicirten.  Aus  diesen  Collegien-Häusern,
deren  Anfang  meistens  sehr  klein  war,  wurden  bald  fast  ganze
Universitären.  Ganze  Universitäten  wurden  ihnen  subordinirt.
  Zuerst  bemeisterten  sie  sich  in  Portugal  der  Universität
  zu  Coimbra,  dann  auch  vorzüglich  der  zu  Ingolsiadt
in  Vayern  und  der  dsterreichischen  Universitäten.  Wenn
diese  Collcgien  Millionen  besitzen,  so  ist's  nicht  gegen  die
Bertelregel  der  Jesuiten;  denn  die  rectores  collegiorum  hatten
  das  Gelübde  der  strengsten  Armuth  nicht  abgelegt.  Der