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Die  Guͤter  der  Jesuiten  waren  eine  gar  zu  angenehme  Lockspeise,
  als  daß  man  hieran  hätte  zweifeln  sollen.  In  den
katholischen  Staaten  erfolgte  auch  die  Annahme  ohne  alle
Schwierigkeit.  Preußen  und  Rußland  waren  fast  die  zwei
einzigen  Mächte,  wo  die  Jesuiten  noch  lange  ihren  Ordens-Habit
  tragen  durften;  an  mehreren  Orten,  wo  man  sich  zankte,
wer  ihnen  denselben  abzunehmen  das  Recht  habe,  behaupteten
sie  ihn  auch  noch  einige  Zeit.  Aber  der  König  von  Preußeu
  hob  ihn  endlich  auf.  Die  Jesuiten  mogen  sich  nichr,
wie  erwartet  wurde,  mit  ihrem  Reichthum  zu  ihm  geflüchtet
haben.  —  Nun  ist  das  einzige  Weiß-Rußland  die  einzige
europäische  Provinz,  wo  der  Jesuik  als  Iesuit  eristirt;  aber
seine  Eristenz  ist  dort  so  unbedentend,  daß  nicht  wahrscheinlich
ist,  daß  der  Hyderkopf  dort  aufleben  werde.  Jeder  Art  von
Wiederherstellung  wird  entgegen  seyn,  daß  man  sich  überall
schon  lange  in  den  Raub  getheilt  hat,  und  daß  die  nun  getroffene
  Einrichtung  der  katholischen  Schulen  dem  Orden  die
Sphäre  seiner  größten  Wirksamkeit.  gänzlich  verschließt.  Ein
Haupthinderniß  wird  auch  das  seyn,  daß  sie  keinen  General
mehr  haben.  .  4

Es  gibt  vielleicht  kein  Phänomen,  an  dem  man  so  viele
bistorisch-pragmarische  Idcen  zur  Kenntniß  der  Staaten=  und
Kirchen-Geschichte  dieses  Jahrhunderts  abstrahiren  kann,  als
den  Untergang  des  Jesuiten-Ordens.

1)  Es  bewies  der  Erfolg,  wie  viel  richtiger  Ganganelli
  das  Interesse  des  Pabsithums,  als  seine
Vorgänger  und  alle  Politiker,  die  nach  dem  ersten
  auffallenden  Scheine  urtheilten,  kannte.
Jeder  glaubte,  der  Pabst  habe  seiner  eigenen  Macht  einen
tddilichen  Stoß  gegeben,  daß  er  einen  ihm  durch  dreihundertjährige
  Erfahrung  so  nützlichen  Orden  aufgehoben;  aber  nicht
die  geringste  Veränderung  zeigt  sich  nach  Aufhebung  desselben.