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lateinisch  verhandelt  ward,  er  nun  Alles  deutsch  sagte,  und
sein  Ton  viel  Lustigmachendes  hatte,  so  bekam  er  nach  und
nach  ein  großes  Publikum,  so  heftig  ihn  auch  die  Theologen
verfolgten.  Sein  Abzug  von  Leipzig  wurde  vollends  Epoche
des  Zerfalls  der  alten  Theologie.  In  Halle,  wohin  er  ging,
hatte  er  freiere  Laufbahn,  und  bildete  nach  und  nach  seine
kirchenrechtlichen  Ideen  weiter  aus.  Ein  Eirkel  von  Theologen
  sammelte  sich  dort,  deren  Ruhm  von  Frbmmigkeit  das
ersetzte,  was  dem  Thomasius  von  dieser  Seite  den  Kredit
manchmal  schwächte.  Hätte  Thomasius  im  Kirchenrecht  vollkommen
  gesiegt,  so  würde  die  Kirche  alle  ihre  eigenthümlichen
Rechte  verloren  haben,  und  Alles  wäre  dem  Despotismus  der
Regenten  unterworsen  worden.  .

Die  Pietisten  stiegen  stusenweise  zu  dem  Ansehen,  das
vorher  die  altsorthodoren  Theologen  gehabt  hatten.  Franke
erwarb  sich  das  Zutrauen  seines  Königs,  und  die  groge  Stiftung
des  Hallischen  Waisenhauses  war  ein  Verdienst,  das  Zutrauen
verdiente.  Nachdem  die  Zoͤglinge,  die  aus  den  Erziehungs-Anstalten
  der  Pietisten  ausgingen,  nach  und  nach  in  Ministerien
und  Consiskorien  kamen,  so  erhielten  diese  eben  das  Ansehen,
das  vorher  ihre  Gegner,  die  alten  Orthodoren,  gehabt  hatten,
und  es  verpflanzte  sich  auch  auf  ihre  Partei  ein  gleicher  Geist
des  Pabstthums.  Nur  änderten  sich  jebt  die  Namen.  Statt
daß  man  vorher  von  Calov,  Carpzov  und  Köscher
nicht  abgchen  sollte,  so  wurden  jetzt  Franke,  Anton  und
Bteithaupt  (Abt  des  Klosters  Bergen,  und  seln  Nachfolger,
  Steinmez)  das  Normal,  und  wie  man  vorher  von
den  spmbolischen  Böchern,  wie  sie  nämlich  die  streng  orthodore
  Partei  verstand,  nicht  abweichen  durfte,  so  sollte  man
jetzt  bei  dem  theologischen  Regenitorium  bleiben.  Einige
Vortheile  hatte  das  Pabstthum  der  Hallischen  Mietisten,  verglichen
  mit  dem  der  alten  Orthodoren,  daß  es  mehr  Praris