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als  Theorie  war,  daß  wenigstens  das  Kirchenrecht  nicht  daher
  seine  Formen  nahm,  sondern  durch  die  Bemühungen  eines
Böhmer  und  Pfaff  immer  mehr  auf  richtige  Grundsätze
gebracht  wurde,  daß  die  ganze  Partei  mehr  Thätigkeir,  besonders
  praktische,  hatte,  als  die  alten  orthodoren  Theologen,
  und  daß  auch  die  Periode  ihrer  Oberherrschaft  nicht  so
lange  dauerte.

Die  ganze  Anlage  der  Mietisten-Revolution  hat  übrigens,
ohne  daß  die  Vergleichung  nachtheilig  mißbraucht  werde,  sehr
viel  Aehnliches  mit  dem  JFesuiten-Institur.  Der  Hauptkanal,
wodurch  die  Jesuiten  auf  alle  Zeitalter  einen  so  erstaunenswürdigen
  Einfluß  behaupteten,  waren  die  Erziehungs-Seminarien,
  die  übrigens  alle  auf  eine  Form  gebildet,  und  alle
von  einem  gewissen  herrschenden  Tone  beseelt  wurden.  Auch
die  Pietisten  machten  sich  vorzüglich  durch  ihre  Erziehungs-Bemühungen
  wichtig;  aber  sie  hatten  eben  den  Fchler  einer
gewissen  Einförmigkeit  des  Tons,  der  sich  auch  nicht  nach
den  Abwechselungen  der  Umstände  und  der  Zeir  richten  will.
Jesuiten  und  Pietisten  richteten  mit  scheinbar  geringen  Hülfs-Mineln
  außerordentliche  Dinge  aus;  waren  in  dem  Augenblicke,
  da  sie  enrstanden,  sehr  brauchbar,  überließen  sich  manchen
  ähnlichen  Fehlern,  da  ihr  Justitut  einmal  herrschend  und
weit  ausgebreitet  geworden.  Beiden  gab  die  nothwendig  fortrückende
  Aufklärung  ihres  Zeitalters  einen  ganz  unvermeidlichen
Stoß.  Schon  die  Wolfische  Philosophie  trug  sehr  viel  dazu
bei,  daß  sich  der  einförmige  frömmelnde  Ton  nicht  erhielt.
Sein  Schicksal  war,  wie  das  Schicksal  eines  jeden  frommen
Enthusiasmus;  man  lernt  bei  mehr  Erfahrung  nach  und  nach
das  Ueberspannte  desselben  kennen.  «