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Zwecke  erreicht  zu  haben.  Nun  findet  sich  in  der  Pabstgeschichte
  dasselbe,  was,  nach  dem  Zeugniß  der  Geschichte,  bei
den  meisten  Wahlreichen  stattfindet,  nie  sind  zwei  Paͤbste
auf  einander  gefolgt,  die  einen  Plan  verfolgt  haben;
oft  macht  der  Nachfolger  recht  absichrlich  den  Antipoden  des
Vorgängers.  Er  hat  eine  andere  Erziehung,  Bildung  genossen,
  hat  ein  anderes  Interesse.  Er  darf  nur  aus  einem  anderen
  Orden  seyn,  so  schafft  er  fast  Alles  um,  was  der  Vorgänger
tbat.  Dieser  Fall  findet  sich  in  der  Pabligeschichte  noch  mehr,
als  in  der  Geschichte  anderer  Wahlreiche,  weil  in  andern
Wahlreichen  nicht  so  viele  Thron-Veränderungen  sind,  als
hier.  Eine  Regierung  von  vierzig  Jahren  ist  hier  eine  Selkenheir,
  die  man  kaum  antrefsen  wird.  Meist  wählt  man
alte  Männer  zu  Päbsten;  es  ist  also  nicht  zu  erwarken,  daß
ein  Man  von  mehreren  nach  einander  befolgt  wird.

So  ging's  auch  nach  den  Zeiten  Gregors.  Es  kamen
ein  paar  Päbste  nach  ihm,  die  gar  nicht  den  Kepf  hatten,
eine  solche  Idee  zu  fassen,  wie  er;  die  wohl  mit  den  Worten
Kirchen-Freiheit,  Kirche  über  dem  Staat  spielten,
weil  der  Zweck  der  Consociation  der  Kirche  edler  sey,  als  der
der  politischen  Gesellschaft,  die  aber  nicht  die  Triebsedern  in
Bewegung  zu  setzen  wußten,  welche  Gregor  in  Bewegung
setzte.  Das  deutlichste  Beispiel,  wie  schr  es  seinen  Nachfolgern
  an  Faͤhigkeit  fehlte,  seinen  Plan  auch  nur  einzusehen,
haben  wir  an  Pabst  Paschalis  (1099).  Dieser  schloß  1144
mit  dem  Kaiser  den  Vertrag,  daß  derselbe  das  Investitur-Recht
  aufgeben  solite;  dagegen  aber  sollten  die  Bischöfe  auch
ihre  Regalien  aufgeben.  Was  für  ein  einfältiger  Pabst!
Da  wäre  mit  einem  Male  der  Kaiser  zum  mächtigsten  Herrn
geworden!  —  Sobald  bekannt  wurde,  was  für  einen  höchst
thörichten  Vertrag  der  Pabst  mit  dem  Kaiser  geschlossen  hatte,
so.  widersetzten  sich  alle  Bischöfe.