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im  Jahre  1458  das  Schicksal  von  ganz  Italien  durch  vier
romische  Rechtsgelehrte  entscheiden  ließ.  Vielleicht,  daß  bei
Kaiser  Friedrich  die  ganze  Werthschätzung  der  rdmischen  Juristen
  Werk  der  Politik  war;  denn  wenn  es  ganz  nach  roͤmischem
  Recht  gegangen,  die  neuen  Grundsätze,  wozu  die  Welt
damals  spielend  kam,  allgemein  in  Gang  gekommen  wären,
würde  der  Kaiser  bald  der  mächtigsie  Herr  geworden  seyn.
Im  römischen  Recht  herrscht  die  Idee  vom  Kaiser,  daß  er
sey,  was  die  Sonne  für  die  Welt  ist;  für  den  Pabst  war  da
nichts,  als  baarer  Verlust.  Es  war  aus  mit  den  Zeiren,  wo
der  Pabst  den  Kaiser  noch  als  einen  Missethäter  behandeln
konnte.  Man  war  dem  Ziele  schon  außerordemlich  nahe.
Selbst  nicht  leicht  mehr  ein  Elerikus  wollte  Theologie  studiren;
  Alles,  Kirchenrecht,  Synodal-Verordnungen,  Dekretal-Briefe
  der  Päbste,  Alles  ward  vergessen:  denn  rdmisches  Recht
war  jetzt  der  Weg  zu  Ehrenstellen.  Es  hätte  auf  die  Art
kein  halbes  Jahrbundert  verfließen  dürsen,  so  würde  Staat
und  Kirche  im  Occident  eine  veränderte  Form  erhalken  haben;
Alles,  was  zum.  Vortheil  des  Pabstes  bisher  gewirkt  hatte,
würde  sich  zertheilt  haben,  wenn  nicht  Pabst,  Patriot  und
Kirche  gegen  den  um  sich  fressenden  Krebs  aufmerksam  geworden
  wären.  Anfangs  blieb  es  bloß  bei  Ermahnungen,  Verboten
  der  Päbste,  rômisches  Recht  nicht  zu  studiren;  aber
bloßes  Verbot  reicht  nie  aus  gegen  das,  was
Ton  des  Zeitalters  zu  werden  anfängt,  verstärkt
vielmehr  diesen  Ton.  Sollten  die  alten  Kirchengesetze,
das  Jus  Canonicum  wieder  in's  alte  Verhältniß  kommen,
so  mußte  man  es  auf  eine  gleiche  Art  in  Eirculation  bringen,
wie  rdmisches  Recht  in  Circulation  gekommen  war.

Ein  armer  Mönch,  von  dem  wir  kaum  noch  den
Namen  wissen,  mit  dessen  Lebensumständen  wir  so  unbekannt
sind,  daß  wir  kaum  das  halbe  Jahrhundert  besiim  men  können,