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allein“  u.  s.  w.  heißt  es  Matth.  18,  15—47.  Diesen  Spruch
wandte  der  Pabst  zu  seinen  Gunsten  an.  Also  alle  Sünden,
Streitigkeiten  gehdren  nach  den  Aussprüchen  der  Bibel  zuletzt
ver  die  Gemeinde,  oder  vor  den,  der  Obersier  der  Kirche  ist.
Nun  kann  kein  Krieg  entstehen;  immer  hat  in  solchem  Fall
ein  Bruder  gegen  den  anderen  gesündigt;  also  gehdrt  Alles
vor  das  Tribunal  des  Päbstes.  Innocenz  ist  der  erste,  der
diesen  Spruch  entdeckt,  und  in  seinen  französischen  und  englischen
  Händeln  ihn  häufig  in  Anwendung  gebracht  hat.

2)  Man  war  bisher  gewohm  gewesen,  im  Fall  sich  Jemand
  an  der  Kirche  verfündigt  hatte,  ihn  zu  erkommuniciren.
Aber  in  den  Zeiten  Gregors  VII.  hatten  die  Erkommunikationen
  ihre  Neuheit  und  Wirkung  ganz  verloren,  besonders  im
zwoͤlften  Jahrhundert  waren  sie  gar  zu  sehr  alltäglich  geworden;
  denn  wer  nur  einen  Studenten  auf  der  Universität
schlug,  ward  erkommunicirt,  weil  diese  meist  Cleriker  waren.
Die  Hauptwaffe  des  Pabstes  und  der  Geistlichkeit  war  also
durch  den  zu  häufigen  Gebrauch  völlig  abgenutzt.  Innocenz,
um  die  Waffe  zu  schärfen,  kam  auf  eine  ganz  neue  Idee.  Er
erkommunicirte  nicht  mehr  einzelne  Menschen,  sondern  ganze
Länder  um  der  Sünde  eines  Königs  oder  Fürsten  willen
durch  das  furchtbare  Interdikt,  womit  er  die  Voͤlker
schreckte.  Wenn  irgend  etwas  im  Stande  war,  Empdrung
gegen  einen  König  zu  erregen,  so  mußte  es  dieß  seyn.  Aller
Gottesdienst  im  ganzen  Lande  hörte  auf.  Die  Glocken  wurden
  von  den  Thürmen  abgenommen,  oder  mit  Tuch  gedämpft.
Niemand  wurde  in  geweihter  Erde  begraben,  die  Ehen  wurden
  auf  dem  Kirchhofe  eingesegnet,  selbst  die  Taufe  mußte
aufgeschoben  werden;  bloß  in  der  äußersten  Todesgefahr  durfte
man  JFemanden  das  heilige  Abendmahl  reichen.  Niemand
sollte  auf  der  Straße  den  anderen  grüßen,  Alle  traurig  vor
einander  vorüber  gehen,  weil  es  ein  Land  des  Fluches  sey