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der  Herzog  von  Sachsen  und  Bayern,  ihres  eigenen  Interesse
wegen,  eurgegen  arbeiteten.

Eine  vierte  Emdeckung  Innocenz  UI.  ist:  Man  war
seit  den  altesten  Zeiten  der  chrisilichen  Kirche  gegen  die  Translokation
  der  Bischöfe.  Wenn  z.  B.  einmal  Jemand
Bischof  von  Halberstadt  war,  sollte  er  da  bleiben,  nicht  nach
Hildesheim  oder  Cöln  gehen,  denn  es  läßt  sich  bei  jeder  Versetzung
  keine  andere,  als  eine  irdische  Absicht  denken.  Man
sah  sie  als  eine  Sache  an,  die,  wenn  sie  geschehen  sollte,  auf
einer  Synode  verwilligt  werden  müsse.  Innocenz  nun  trat
mit  einer  neuen  Idee  auf.  Er  argumentirte  so:  der  Bischof
  ist  Bräutigam  seiner  Kirche;  wenn  also  ein
Bischof  von  seiner  Kirche  hinwegkommt,  so  geht  eine  Ehe-Scheidung
  vor,  und  der  Bischof  heirathet  gleichsam  eine  andere
geistliche  Braut;  Ehescheidungen  sind  überhaupt  etwas  äußerst
Wichtiges,  und  vollends  eine  solche  Ehescheidung  ist  so  wichtig,
  daß  Niemand  darüber  cognosciren  kann,  als  der  Pabst
selbst.  Wie  wichtig  ist  es,  das  vinculum  Spirituale  aufzuloͤsen
  zwischen  dem  Bischof  und  der  Braut,  seiner  Kirche!  Und
der  geschiedenen  Vraut,  der  Kirche,  kann  in  der  That  Niemand
  wieder  einen  Mann  geben,  als  der  Pabst  selbst!

Fünftens  befahl  er,  gegen  Ketzer  das  Kreuz
zu  predigen.  Bisher  sey  es  gegen  Heiden  und  Muhamedaner
  gepredigt  worden;  jetzt  sey  die  Welt  so  aufgeklärt,  daß
sie  einsehen  müsse,  der  Ketzer  sey  nicht  besser  als  der  Muhamedaner
  und  Heide.  Waren  nun  Waldenser  und  Albigenser
nicht  besser  als  jene,  warum  sollte  nicht  auch  gegen  sie  das
Kreuz  gepredigt  werden?

Man  sieht  aus  dieser  Entwickelung,  wie  viel  es  Innocenz
  III.  nützte,  daß  er  Advokat  gewesen  war,  seine  kanonistischen
  Ideen  richtig  überschaute,  und  so  ganz  unerkannte
Folgerungen  aus  längst  bekannten  Sätzen  ent-