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hatte.  Vereinigt  mit  dieser  Familie  uͤberfaͤllt  er  den  Pabst  in
Anagni.  Hier  fiel  denn  die  bekannte  Scene  vor,  die  gleichsam
  Gegengemaͤlde  von  dem  in  Canossa  erfrierenden  Heinrich
  IV.  ist.  Sciarca  Eolonna  soll  dem  Pabste  mit  seinem
  eisernen  Handschuh  eine  derbe  Ohrfeige  gegeben  haben.
Nogaret  hätte  ihn  auch  wirklich  eingepackt,  wenn  nicht  die
Börger  von  Anagni  über  die  Mißhandlung  des  Pabstes  wüthend
  geworden  wären.  Die  Italiener  riefen  gewöhnlich  die
Fremdlinge  herbei;  sobald  aber  der  Fremdling  von  ihrer  Hülfe
Gebrauch  machen  wollte,  wandten  sie  selbst  die  Waffen  gegen
ihn.  Bonifacius  alterirte  sich  so  sehr,  daß  er  starb.

Es  folgte  Benedikt  Xl.  (1505—150fl.)  Dieser  hatte
nicht  Lusi,  den  alten  Prozeß  fortzusetzen,  suchte  vielmehr,  so
weit  es  ein  Pabst  thun  kann,  mit  Ehren  zuräckzutreten.  Er
bob  die  Erkommunikation  gegen  den  Koͤnig  auf,  nur  gegen
Nogaret  nicht,  weil  der  sich  freventlich  am  Pabst  vergangen
hatte.  Uebrigens  trieb  er  den  Prozeß  in  die  Länge,  um  zu
sehen,  ob  nicht  unterdeß  Philipp  sterbe,  so  daß  er  dann  glücklicher
  beendigt  werden  könne,  als  bei  der  Uebermacht  Philipps
moglich  war.

Ueber  diesem  Verzug  starb  der  Pabst  selbst,  und  im  Conclave
  konnte  man  über  einen  neuen  Pabst  nicht  einig  werden.
Franzdsische  und  italienische  Partei  waren  gegen  cinander.
Endlich  kam  es  doch  so  weit,  daß  es  hieß,  die  italienische
Partei  sollte  wählen,  aber  einen  Franzosen.  Diese  glaubten
einen  Franzosen  zu  wählen,  der  Milipp  nicht  angenehm  seyn
werde,  der  seine  Widersetzlichkeit  gegen  Philipp  schon  hinlänglich
  erprobt  hatte.  Sie  hatten  auf  den  Erzbischof  von  Bordeaur,
  Bertrand  von  Go,  ihre  Augen  geworfen,  diesen
konnte  der  König  nicht  ausstehen.  Einer  von  der  Partei  der
franzsischen  Cardinäle  gibt  dem  Kdnige  Nachricht  davon.
Philipp  ergreift  folgendes  vortreffliche  Mittel,  läßt  den  Erz-