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Bischof  von  Vordeaur  zu  sich  kommen,  versichert  ihm  in  der
Stille,  es  sey  ganz  in  seiner  Gewalt,  ob  er  Pabst  werde,
oder  nicht;  er  wolle  ihn  zum  Pabst  wählen,  wenn  er  ihm
folgende  Bedingungen  einräumen  wolle.  Ein  Mann  in  seiner
Lage,  der  von  dem,  was  im  Conclave  vorging,  nichts  wußte,
verwilligte  gern  Alles,  denu  sein  ganzes  Betragen  in  den  Händeln
  zwischen  dem  Pabst  und  König  war  aus  Ehrgeiz  geflossen.
Die  Hauptbedingungen,  die  Philipp  machte,  waren:  1)  den
ganzen  Prozeß,  den  Bonifacius  angefangen  habe,  zu  endigen;
2)  den  päbsilichen  Stuhl  von  Rom  nach  Avignon!
zu  verlegen;  3)  die  Tempelherren  aufzuopfern,  auf  welche
er  einen  vorzüglichen  Haß  geworfen  hatte,  weil  sie  Geld  nach
Rom  geschickt  hatten,  zu  einer  Zeit,  wo  er  es  verboten.  Vielleicht
  betraf  es  auch  Vernichtung  der  Johanniter-Rirter.

Der  Erzbischof  wird  gewählt,  nimmt  den  Namen  Cle,
mens  V.  (1505.—  1314)  an.  Niemand  weiß  von  der  Capitulation,
  und  Alles  erstaunt;  besonders  die  italienischen
Cardinäle  sind  mißvergnägt,  als  der  Pabst  nicht  nach  Italien
  zurückgeht.  ·

Die  Verlegung  der  Residenz  des  Pabstes
nach  Avignon  hatte  unglaubliche  Folgen.  Bei  jedem  weltlichen
  Großen  hat  eine  Verlegung  der  Residenz  bedeutende
Folgen,  aber  beim  Yabst  nokhwendig  die  allergrößten.  Eine
natürliche  Folge  war  die:  das  Pabst-Idol  stand  nun  an  einem
anderen  Platze,  warf  also  anderes  Licht  und  Schatten.  In
der  vorigen  Emfernung  von  Rom  konnte  der  Pabst  in  Deutschland
  und  im  Norden  leicht  als  Heiliger  gelten;  denn  je  entfernter
  der  Pabst  ist,  desio  sicherer  hat  man  große  Ideen  von
ihm.  Nun  har  sich  der  Pabst  über  die  Alpen  transportiren
lassen;  diesseits  der  Alpen  mußte  also  sein  ganzes  Ansehen
sich  verlieren.  Privat-Anekdoren  von  der  Wollust,  Habsucht
der  Päbste  erfuhr  man  soust  nicht,  als  in  den  73  Jahren