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ihres  Aufenthalts  in  Avignon.  Man  sah  mehr  den  Menschen,
  als  den  Pabst,  sowohl  in  Frankreich,  als  in  Italien;
sonst,  im  entfernten  Dunkel,  erschien  er  als  Halbgott.  Der
Pabst  verlor  ferner  alle  die  vortheilhaften  Einflüsse,  die  der
bloße  Name  Rom,  ein  Name,  an  den  man  einmal  eine
Menge  großer  Ideen  knüpfte,  seinem  Ansehen  gab.

Eine  zweite  Folge  war  die:  Mit  unendlich  vieler  Mühe
hatte  der  Pabst  sich  in  Italien  einen  kleinen  Staat  gebilder;
von  Gregor  bis  auf  Innocenz  war  das  zusammengespart  und
zusammengebracht,  was  man  Patrimonium  hieß;  nun
aber  der  Pabsi  nicht  mehr  gegenwärtig  war,  nicht  mehr  jeden
Augenblick  darüber  wachen  konnte,  warf  sich  in  jeder  kleinen
Stadt  des  Kirchensiagats  ein  Tyrann  auf,  und  machte  sich
zum  Herrn  derselben.  Der  Pabst  verlor,  was  er  in  Italien
hatte,  und  gewann  nichts  in  Frankreich.  Die  sicherste  Ressource
  für  ihn  war  sein  weltliches  Fürstenthum  in  Italien  gewesen.
  Dieß  zertheilte  sich.  Er  hatte  also  keine  sicheren  Einkünfte
  mebr,  und  doch  mehr  Ausgaben  als  vother,  bei  seinem
Aufenthalt  in  Iralien.  Ein  ganz  unendlicher  Aufwand  fand  statt,
seitdem  er  in  Avignon  war!  Bald  mußte  er  dem  Minister,
bald  dem  Könige  ein  Opfer  bringen,  bald  der  Universität
Paris,  damit  sie  nicht  zu  muthige  Vorstellungen  gegen  ihn
machte.  Dann  kam  ein  Schwarm  abgedankter  Soldaten,  bei
den  damaligen  Kriegen  der  Engländer  und  Franzosen,  zog
vor  Avignon  und  brandschatzte  den  Pabst.  Daher  kam  es
auch,  daß  sich  der  Pabst  seit  seinem  Aufenthalt  in  Abignon
so  sehr  auf  Finanzkünste  legen  mußte.  Die  ganze  Einrichtung
  des  päbstlichen  Hauses  wird  hierauf  berechnet;  Dogmatik,
  gesuchte  Gewalt,  Alles  zweckt  auf  Oekonomie  ab,  und
dieß  war  unvermeidlich,  der  Pabst  konnte  sonst
nicht  subsistiren.

Eine  dritte  Folge  war,  daß  der  Pabst  von  nun  an  kein

Spittter's  simmmiche  Werte.  IX.  B.  51