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Mark  betruͤgen,  wolle  er  sich  reservirt  haben.  Gingen  Suppliken
  ein  um  Confirmation  dessen,  der  zu  einer  Pründe  destimmt
  war,  so  legten  die  Schreiber  dieselbe  zurück,  mit  dem
Bedeuten,  der  Pabst  habe  dieselbe  sich  reservirt.  Es  enrsteht
also  jetzt  die  närrische  Idee,  die  unter  Ludwig  dem  Bayer
Wirkung  gehabt  hat:  was  an  der  Kirchenthöre  zu  Avignon
steht,  mutz  mon  in  der  ganzen  Christenheit  wissen.  Es  konnte
oft  Jemand  zwei-,  dreimal  citirt  werden,  und  er  wußte  es
nicht.  —  Das  war  der  bochste  Mißbrauch  in  Ansehung  dieser
  Reservationen,  dessen  Wirkungen  man  auch  tief  empfand.

Alles  dieses  war  freilich  ndtbig  für  den  armen  Pabst,
weil  er  in  Avignon  von  Competenten  bestürmt  wurde,  und
besonders  die  Universität  Paris  sehr  in  ihn  drang,  Jünglinge
zu  befdrdern.  Als  Clemens  VI.  zur  Regierung  kam,  ließ
er  bekannt  machen,  er  wolle  für  alle  dürstigen  Eleriker  sorgen.
  In  einem  halben  Jahre  standen  Legionen  junger  Pfafsen
  in  Avignon,  die  Dienste  haben  wollren,  so  daß  der  Pabst,
um  nur  des  Zusirdmens  sich  zu  erwehren,  sich  reserbiren
mußte.  Doch  bätte  die  Christenheit  das  alles  geduldig  ertragen
  konnen,  wenn  der  Pabst  nur  wirklich  den,  der  die
Mründe  bekam,  an  den  Ort  hingeschickt  hätte.  Weil  aber
das  Residenzbalten  gar  nicht  mehr  gewöhnlich
war,  so  hatten  die  Geistlichen  in  Avignon  Pfründen  in  Deutschland,
  Italien,  Dänemark  u.  s.  w.

Ein  sehr  weit  getriebener,  schändlicher  ökonomischer  Unsug
  war  vollends  dieser:  wenn  der  Pabst  in  Avignon  hungrige
  Nepoten  batte,  die  er,  bei  ihrer  Verschwendung,  mit  Bisthümern
  nicht  hinreichend  versorgen  konnte,  so  schickte  er  sie
aus  als  Legaten,  ohne  daß  sie  einen  Auftrag  auszurichten
batten.  Wenn  ein  solcher  nun  z.  B.  den  Augsburger  Sprengel
  betrat,  so  mußte  ihm  der  Bischof  ein  gewisses  Taggeld
aussetzen,  ihn  sammt  seinem  ganzen  Gefolge  erhalten.  Er