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der  deurschen  annehmen  koͤnnen!  Nichts  weniger,  als  dieses,
denn  das  unmittelbare  Interesse  des  Kaisers  erforderte  nicht,
sich  der  deurschen  „Kirche  anzunehmen,  weil,  wenn  er  sie  auch
noch  so  männlich  vertheidigre,  ihm  dieß  keinen  Vortheil  brachte,
sondern  das  Geld  im  Beutel  des  Erzbischofs  von  Mainz  oder
Halberstadt  blieb.  Es  ging  so,  wie  jetzt.  Der  Kaiser  bekümmert
  sich  nicht  darum,  wenn  der  Erzbischof  von  Mainz
oder  der  von  Halberstadt  Händel  mit  dem  Pabste  haben,  und
nur  ciwa  bei  den  Stiftern  seiner  Erbstaaten  siehr  er  darauf.
Jenes  erkannte  man  deutlich,  als  vor  sechs  Jahren  die  Erz-Bischöfe
  von  Bayern,  Trier  und  Köln  dem  Pabste  eine  mächtige
  Remonstration  überschickren,  der  Pabst  ihnen  keine  Antwort
  darauf  gab,  sie  sich  an  den  Kaiser  wandten,  und  —
von  ihm  keine  Antwort  erhielten.  Die  Deutschen  mußten  sich
sichtbar  am  meisten  vom  Pabste  mihhandeln  lassen;  daher  es
zu  Rom  Sprichwort  ward:  Deutschland  —  regnum  obediemiac.
  Wir  guten  Deutschen  hießen  am  Hofe  zu  Avignon
nur  die  Esel,  worauf  die  Lasten  gelegt  werden  könnten.

Auch  nur  aus  einem  groben  Umrisse  der  Verhandlungen
Kaiser  Ludwigs  des  Bayern  mit  Pabst  Johann  XXII.
(1516)  sieht  man,  wie  selbst  er  mit  dem  Pabste  zu  kämpfen
hatte.  Dieses  war  der  Nachfolger  des  Clemens,  der  zuerst
nach  Avignon  ging.  Er  suchte  sich  von  Frankreich  aus  in
Italien  allmaͤblich  wieder  eine  ordentliche  weltliche  Macht  zu
verschaffen,  wahrscheinlich  präparatorisch,  um,  wenn  er  dort
einen  ordentlichen  Staat  gegrönder  hätte,  Frankreich  zu  verlassen
  und  nach  Italien  zurück  zu  gehen.  In  dieser  Absicht
that  er  den  König  von  Sizilien,  so  wie  den  Visconti  in
Mailand,  in  den  Bann,  schickte  einen  päbstlichen  Legaten  mir
einer  Armee  nach  Mailand  und  ließ  Visconti  belagern.  Nach
der  Weise  der  Italiener  war  ihre  erste  Zuflucht  der  Kaiser,
und  Ludwig  schickte  dem  Visconti  gegen  den  päbstlichen  Legaten