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Huͤlfe.  Dieß  war  die  große  Suͤnde,  die  der  ungluͤckliche  Ludwig
  bis  an  seinen  Tod  (14.  Oktober  4347)  büßen  mußte.
Der  Pabst  ergriff  sein  schon  vorher  einmal  angemaßtes  Richteramt
  uͤber  die  zwistige  Wahl  jetzt  so  parteiisch,  daß  er  Ludwig
  befahl,  innerhalb  drei  Monaten  die  Kaiserkrone  niederzulegen,
  wo  nicht,  so  solle  er  in  den  Bann  verfallen.  Dieser
aber  ging,  gerade  um  der  Drohung  des  Pabstes  zu  trotzen,
nach  Italien,  ließ  sich  in  Rom  kroͤnen,  zog  dort  die  Familie
der  Colonna  an  sich,  die  dem  Pabste  eutgegen  war,  war  glücklich
  in  den  Kriegen  gegen  seinen  Gegen-König  Friedrich
von  Oesterreich,  fand  auch  ein  paar  Männer,  die  mit
ihrer  Feder  ihm  gegen  den  Pabst  trefflich  dienten,  und  zwar
unter  den  strengen  Franziskanern,  die  der  Pabst  durch  eigene
Erklärung  ihrer  Regel  beleidigt  hatte.  Diese  warcn:  Wilbelm
  OÖOccam,  Marsilius  von  Padua,  Johann
von  Gent.  Ungeachtet  der  Pabsi.  in  seinen  Drohungen
stieg,  ibn  sogar  wirklich  ercommunicirte,  glaubte  Ludwig,  gerade
  weil  es  der  Pabst  so  weit  triebe,  seiner  Wörde  völlig
versichert  zu  seyn.  Aber  der  Pabst  wußte  das  Luremburgische
Haus,  die  Gegenpartei  Ludwigs,  an  sich  zu  ziehen,  machte
Hoffnung  auf  die  Kaiserkrone  u.  s.  w.  Endlich  erklärte  er
doch,  das  deutsche  Reich  sey  keine  päbstliche  Pfründe,  sondern
unabhängig,  werde  bloß  durch  freie  Wahl  vergeben.  Die
Kurfürsten  vereinigten  sich  1338  alle  mit  einander,  daß  sie
für  einen  Mann  stehen  wollten.  Da  schien  sich  also  endlich
eine  Macht  in  Deutschland  gebilder  zu  haben,  die  den  deutschen
  Staat  und  die  Kirche  wider  den  Pabst  vertheidigen
köônne;  aber  die  Folge  davon  war:  Ludwig  hatte  doch  in  den
letzteren  Jahren  seincs  Lebens  von  Neuem  unaufbörlich  mit
dem  Pabste  zu  kämpfen,  und  verlor  durch  ihn  Vieles  von
seinem  Ansehen.  Man  sieht  also:  der  deutschen  Kirche  war
nicht  zu  helfen.