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nach  Avignon  zurückzieht.  Die  Christenheit  hatto  nun  zwei
Häupter,  und  alle  Uebel,  worüber  man  vorher  geklagt
hatte,  Brandschatzung,  unrechtmäßige  Entreigung  der  Wahl-Freiheit,
  freche  Eingriffe  bei  Collation  der  Präbenden,  kamen
nun  verdoppelt;  denn  jeder  der  beiden  hatte  für  sich  Pabst-Bedürfnisse,
  jeder  mußte  größeren  Aufwand  machen,  als  vorher
  der  Pabst  in  Avignon  zu  machen  verbunden  gewesen  war,
weil  er  viele  Anhänger  nöthig  hatte,  um  sich  gegen  seine
Gegner  zu  behaupten.  Mit  dem  Jammer,  der  jetzt  einbrach,
war  der  vorhergehende  gar  nicht  zu  vergleichen.  Wo  ein  Bisthum
  vakant  wurde,  da  schickte  sowohl  der  römische  als  der
Avignoner  Pabst  einen  Candidaten  hin.  Auch  das  Kapitel
wählte  einen,  so  daß  gewöhnlich  deren  drei  waren.  Protestanten
  kann,  nach  ihrem  Kirchen-System,  dogmatisch  nicht
viel  daran  liegen,  ob  ein  rechtmäßiger  Bischof  da  ist,  oder
nicht;  aber  nach  sirengem  katholischen  System  hing  die  Seligkeit
  davon  ab.  Denn  wenn  z.  B.  der  unrechtmäßige  Bischof
  den  Priester  ordinirt  hatte,  von  dem  Jemand  getauft
worden,  so  war  die  Taufe  ungültig.  Der  eine  Pabst  that
auch  den  anderen  in  den  Bann,  die  Anhänger  des  einen  die
Anhänger  des  anderen,  so  daß  doch  noch  eine  gute  Folge
dieser  zwistigen  Päbste  die  war,  daß  wan  richtiger  über  Bann
und  Ercommunication  denken  lernte.  Das  Volk  und  die  Geistlichkeit
  wurde  der  Sache  auf  diese  Weise  ganz  gewohnt;  denn
es  blitzte  immer  am  Kirchenhimmel.

Dem  Elend,  zwei  Päbsie  zu  haben,  —  einer  war  schon
gar  zu  kostbar  für  die  Christenheit  geworden  —  hätte  abgeholsen
  werden  können,  als  der  Pabst  Urban  VI.  in  Rom
(1389)  starb.  Die  römischen  Cardinäle  hätten  sich  nur  mit
den  französischen  verstehen  dürfen,  etwa  nur  den  auch  zu
ihrem  Pabsie  wählen  dürfen,  der  schon  in  Avignon  als  Pabst
galt;  aber,  wenn  man  einmal  gegen  einander  gereizt  ist  —