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die  rdmischen  Cardinäle  wählen  einen  neuen,  wieder  einen  neapolitanischen
  Cardinal,  Peter  Tomacelli,  Bonifacius
  IX.  (1589),  und  als  in  Avignon  der  Pabst  stirbt,
wählt  man  den  Peter  von  Luna,  Benedikt  XlII.
Wer  nicht  viele  Akten  und  Urkunden  aus  diesem  Zeitalter
gelesen  hat,  kann  es  sich  nicht  lebhaft  genug  vorstellen,  mit
was  für  unendlicher  Mühe  und  Feierlichkeit  man  damals  deliberirt
  hat,  wie  diesem  Pabst-Schisma  abzuhelfen  sey,  wie
man  Reichstage  in  Deutschland  und  Frankreich  hielt,  wie
die  Universitäten  in  Deutschland  und  Frankreich,  besonders
Paris,  so  oft  aufgefordert  wurden,  ihr  Gutachten  in  der  Sache
zu  geben,  wie  viel  über  die  drei  Methodos  geschrieben  ist,
wie  dem  Schisma  abgeholfen  werden  köbnne.
Diese  drei  Wege  waren:

1)  Beide  Päbste  sollten  compromittiren  auf  eine
Universität,  oder  eine  niedergesetzte  unparteiische  Deputation.
Man  fand  bald,  daß  dieß  versuchte  Mirtel  unbrauchbar  sey,
weil  man  sich  über  die  Richter,  auf  die  hätte  compromittirt
werden  sollen,  nie  vereinigen  würde.  Große  Schwierigkeit
machte  auch,  daß  der  König  von  Frankreich,  bloß  aus  politischer
  Antipathie,  sich  nie  die  Sentenz  des  Kaisers  würde  haben
gefallen  lassen.  2)  Beide  sollten  cediren,  beide  Cardinals=Collegien
  sich  noch  einmal  vereinigen,  und  einen  neuen  Pabst
wählen.  Dieses  Mirtel  harte  lange  Beifall,  so  daß  man  bei
der  Wahl  der  neuen  Päbste  in  Avignon  sowohl  als  in  Rom
in  einer  Capitulation  vorschrieb:  wenn  man  sich  wegen  beiderseitiger
  Cession  vereinigen  werde,  sollten  sie  sich  nicht  weigern,
abzudanken.  Allein  es  ging  wie  mit  allen  Capitulationen.
Bis  man  Pabst  ist,  verspricht  man  Alles;  ist  man  Pabst,  so
bält  man  nichts.  Die  Universität  Paris  glaubte  am  Ziel  zu
sevn,  doch  der  zu  Abignon  widersetzte  sich.  Der  König  von
Frankreich  ließ  sogar  einmal  Truppen  gegen  ihn  ausrücken;