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sab,  ihn  seinen  Feinden  preisgeben  werde?  Zum  Ungluͤck
war  der  Kaiser  nicht  da,  als  Huß  ankam,  und  er  war  kaum
ein  paar  Tage  in  Prag,  so  ward  er  gefangen  genommen.
Nun  protestirte  zwar  der  Kaiser,  sobald  er  zuröckkam,  mit
dem  größten,  Eifer  dagegen  und  wollte  ihn  losgelassen  wissen,
denn  sein  Wort  solle  nicht  gebrochen  werden;  aber  die  Cardinäle
  und  deutschen  Bischöfe  gaben  dem  Kaiser  eine  merkwürdige
  Aufklärung.  Einem  Ketzer,  sagten  sie,  sey  man  nicht
verbunden,  sein  Wort  zu  halten;  mit  dem  kaiserlichen  Geleite
sey  es  bloß  so  zu  verstehen  gewesen,  daß  Huß,  wenn  er  nicht
als  Ketbzer  befunden  würde,  ruhig  zurückgchen  sollte,  und
seine  persönlichen  Feinde  ihm  nicht  sollten  schaden  können;  da
er  aber  als  Ketzer  befunden  werde,  und  zwar  höchst  gefährliche,
den  ganzen  Staat  umstürzende  Ketzereien  glaube  und  lehre,
so  sey  ihr  Verfahren  unvermeidlich;  der  Staar  sey  der  Kirche
subordinirt.  Das  wollte  Sigismund  nicht  glauben.  Da  sagte,
man  ihm  aber,  Huß  habe  die  Meinung,  daß  ein  Koͤnig,  der
in  einer  Todsünde  begriffen  sey,  nicht  mehr  König  seyn  könne.
Diese.  Meinung  hartte  wirklich  Huß  disputando  aufgestellt,
und  es  war  eine  damals  unter  den  My#stikern  sehr  herrschende
Meinung.  Im  Verhdr  fragte  der  Kaiser  den  Huß,  ob  das
seine  Meinung  sey,  und  Huß  bejahete  es;  bei  dem  Kaiser
rührt  sich,  das  Gewissen,  und  —  er  unterschreibt  Hussens  Todesurhheil.
  ,

In  der  ganzen  Geschichte  von  Huß  sieht  man:  die  Materie
  vom  Kelche,  die  nachher  Böhmen  in  so  große  Bewegung
setzte,  kam  hier  noch  gar  nicht  zur  Sprache,  sie  gehört  auch
gar  nicht  zu  Hussens  Geschichte;  sondern  bloß  in  Folge  der
Kabalen  des  Erzbischofs,  der  deutschen  National-Antipathie,
muß  Huß  in  Costnitz  brennen.  Im  Gefängnisse  kamen  ihm
freilich  über  mauche  Lehren  der  rdmischen  Kirche  hellere  und
lichtere  Ideen!  «