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unbegreiflichen  Leichtigkeit  wurde  dem  Pabst  fast  sein  ganzes
Einkommen  weggestrichen.  Man  machte  freimüthige  Dekreie,
die  zum  Theil  selbst  das  Dogmarische  angingen,  z.  B.  gegen
die  Geistlichen,  welche  Concubinen  hielten,  auch  gegen  das  so
genaunte  Narrenfest  in  Frankreich,  so  daß  der  Pabst  beinahe
verzweiseln  wollte.  Er  wäre  so  zwar  Pabst  geblieben,  aber
seine  bisherige  Realirät  hätte  sich  in  einen  Schatten  verwandelt.
  Er  fing  also  wieder  an,  Kabalen  zu  machen  und  seine
alte  List  zu  gebrauchen,  brachte  Protesiationen  von  den  Griechen,
  daß  sie  unmöglich  nach  Basel  gehen  könnten  In  aller
Eile  läßt  er  griechische  Deputirte  von  Constantinopel  holen,
und  eroͤffnet  seine  Synode  in  Ferrara.  Die  Baseler
Päter  citirten  ihn  wieder,  drohten  mit  Absetzung;  aber  gerade
in  der  Zeit  stirbt  Kaiser  Sigismund  (1337),  der  sich  mit
besonderem  Interesse  immer  der  Kirchen=  Angelegenheiten  angenommen,
  die  Baseler  Synode  gegen  den  Pabst  geschützt
hatte.

Sein  Tochtermann,  Albrecht  von  Hesterreich,
wurde  gewählt  (den  18.  März  1438).  Dieser  war  zwar  ein
ganz  vortrefflicher  Fürst,  auf  den  man  sogar  noch  größere
Hoffnung  setzte,  als  vorher  auf  Sigismund;  aber  er  hatte
wegen  der  großen  böhmischen  Unruhen  für  sich  zu  thun,  hatte
nicht  den  Eifer  für  Kirchen-Angelegenheiren,  wie  Sigismund.
Die  Baseler  Väter  drohten  unterdeß  mit  Absetzung,  und  in
Deutschland  befand  man  sich  in  großer  Verlegenheit,  was
man  thun  sollte,  ob  man  dem  Man,  den  Sigismund  angefangen,
  bei  der  Baseler  Synode  treu  bleiben,  oder  sich  auf
die  Seite  des  Pabstes  schlagen  und  mit  ihm  paciseiren  sollte.
Die  Furcht  vor  einem  neuen  Schisma  war  damals  außerordentlich
  groß.  Denn  wie  der  Jammer,  zwei  Päbste  zu  haben,
  sich  auf  alle  Theile  des  bürgerlichen  Lebens  erstteckte,
kann  man  sich  kaum  vorstellen.  Hier  ergriff  man  in  Deutschland

Spittler's  saͤmmtliche  Werke.  IX.  Bo-  53