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einführte,  große  Summen,  ursprünglich  zu  frommen  Stiftungen
  bestimmt,  bloß  auf  nichtigen  Glanz  in  Rom  verwendete.
  Doch  steht  er  immer  noch  in  einem  guten  Lichte,  verglichen
  mit  allen  seinen  übrigen  Nachfolgern  bis  auf  die  Zeiten
der  Reformalion.

Diese  waren:  Sirtus  IV.  (1471—  148ä.)  Bei  ihm
zeigte  sich  der  Franziskaner-Mönch  durch  seine  abgeschmackte
Härte  auch  als  Regent.  Was  aber  seinen  sordiden  Geiz  so  recht
kenntlich  macht,  ist  die  böffentliche  Errichtung  von  Bordells
in  Rom,  oder  daß  er  den  Verkehr  der  feilen  Dirnen  in  Rom
zu  einer  steten  Finanz-Einnahme  machte.  Da  sich  die  Anzahl
dieser  Geschöpfe  zu  sehr  vermehrte,  so  fing  er  an,  einen  bestimmten
  Tribut  auf  den  Kopf  einer  jeden  feilen  Dirne  zu
legen;  dieser  hieß:  Milchzins,  und  soll  unter  ihm  oft  bis
gegen  20,000  Dukaten  eingetragen  haben.  Bei  dem  Regenten
  eines  jeden  anderen  Staates  lassen  sich  die  Gründe  solcher
unmoralischen  Anstalten  denken,  aber  —  in  der  Stadt  des
beiligen  Vaters,  und  in  einer  solchen  FKorm!  Sirtus  IV.
sorgte  nicht  dafär,  daß  die  Anzahl  der  Nepoten  und  vakanten
Cleriker  nicht  steige,  sondern,  da  ihrer  so  viele  wurden,  daß
er  sie  nicht  mehr  mit  Pfründen  versorgen  konnte,  so  versorgte
er  sie  von  jenem  Tribut.  Er  war  dem  Nepotismus  mehr  ergeben,
  als  soust  irgend  einer.  Auf  ihn  solgte  Innocenz  VIIl.
(1484—4492),  spottweise  Pater  Patriae  genannt.  Er  brachte
den  größten  Tbeil  seiner  Regierung  damit  hin,  seine  sechzehn
natürlichen  Kinder  zu  placiren,  ließ  diese  öffentlich  in  Rom
Hochzeit  halten,  ohne  daß  sich  Jemand  daran  ärgerte.  So
gewohnt  wurde  man  der  Greuel  an  heiliger  Stätte!  Man
wußte  es  schon  nicht  anders,  als  daß  der  Pabst  Alles  um
Geld  und  Nepoten  that.  Ein  Auftritt  fiel  vor,  der  jedem
hewissenhaften  Christen  schrecklich  vorkommen  muß.  Zizem
(Oschem),  ein  Bruder  des  türkischen  Sultans  Bajazer,  war