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vereinigt  waren,  durch  deren  Bemühung  die  Gosluitzer  zu
Stande  gekommen  war.  Es  kam  im  Jahr  1511  in  Pisa
eine  Synode  zusammen,  deren  Absicht  nichts  Geringeres  war,
als  den  Pabst  abzusetzen  und  völlige  Reformation  zu  veranstalten.
  Es  hätte  nicht  fehlen  können,  wenn  nicht  Marimilian
  nachgegeben  hätte.  Pabst  Julius  rief,  um  die
Misaner  Synode  zu  eludiren,  eine  andere  zu  Rom  im
Lateran  zusammen.  Ehe  die  Händel  ausgemacht  waren,
starb  Julius.

Man  wählte  einen  jungen  kränklichen  Cardinal  von  36
Jahren,  Leo  X.  (1515—4521),  weil  man  glaubte,  er  werde
es  nicht  lange  mehr  treiben.  Seine  Natur  war  aber  an  Ausschweisungen
  gewöhnt,  und  er  erhielt  sich  noch  lange.  Die  Cardinäle
  wurden  darüber  so  verdriehlich,  daß  man  unter  ihm  das
erste  Beispiel  hat,  daß  einige  von  ihnen  gegen  das  Leben  eines
Pabstes  conjurirten.  Er  war  zwar  Kenner  der  schönen  Künste,
schaͤtzte  die  Künstler,  belohnte  die  Gelehrten,  aber  das  machte
noch  keinen  würdigen  heiligen  Vater;  sein  Privatleben  war
voll  Greuel  und  blieb  voll  Greuel,  so  lange  er  Pabst  war;
zuletzt  wurde  er  ein  Opfer  seiner  Ausschweisungen.  Alerander
  VI.  hatte  einen  Leibarzt,  der  in  einer  Schrift  zeigte,  daß
man  bloß  durch  Ansteckung  die  Lustseuche  bekommen  koͤnne.
Diese  dedicirte  er  dem  Pabst,  und  fuͤgte  den  Wunsch  hinzu,
daß  Gott  doch  Seine  Heiligkeit  vor  der  Seuche  bewahren
wolle.  Man  hatte  also  schlechrerdings  alles  Gefühl  fuͤr  Schicklichkeit
  in  Bezug  auf  den  heiligen  Vater  verloren.  Doch  dieß
innere  moralische  Verderben  wuͤrde  die  Hierarchie  nicht  gestuͤrzt
baben  —  die  roͤmischen  Bischöfe  würden  scheinbar  moralisch
  besser  geworden  seyn,  da  das  Zeitalter  in  Verfeinerung
fortschritt;  —  wenn  nicht  Gottes  Vorsehung  durch  einen
wunderbaren  Zusammenfluß  von  Umständen  von  dem  Lande
aus,  wo  blsber  nie  merkbare  Versuche  zu  einer  allgemeinen