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Die  Genealogie  der  Ideen  scheint  die  gewesen  zu
schn:  alles  Individuelle,  was  wir  um  uns  sehen,  ist  veränderlich,
  keines  dem  anderen  ganz  ähnlich.  Bei  allen  Individuen
findet  sich  diese  Verschiedenheit  nicht  nur,  wenn  man  sie  miteinander
  vergleicht,  sondern  jedes  Individuum,  mit  sich  selbst
verglichen,  ist  in  jedem  Momente  seiner  Eristenz  sich  unähnlich.
  Will  der  Philosoph  mit  Zuverläßigkeit  philosophiren,  so
muß  er  unveränderliche  Objekte  suchen,  muß  zu  gewissen  General-Ideen
  aufsteigen,  z.  B.  die  Notion  von  diesem  oder
jenem  Menschen  ist  veränderlich,  aber  der  allgemeine  Begriff
  vom  Menschen  ist  unveränderlich.  Die  allgemeinen  Notionen,
  die  im  göttlichen  Verstande  eristirt  haben  müssen,  als
sich  Gott  entschloß,  eine  Welt  zu  schaffen,  müssen  in  seinem
Verstande  unveränderlich  seyn.  Diese  allgemeinen  unveränderlichen
  Notionen  nun  zu  erhalten,  dahin  strebt  der  Philosoph;
er  strebt  also  auf  zu  einer  gewissen  Verähnlichung  mit  Gott.
Nun  entsteht  nur  die  Frage:  —  und  hier  scheiden  sich  Nominalisten
  und  Rcalisten  —  wie  eristirten  jene  allgemeinen
  Notionen?  bloß  im  göttlichen  Verstande,  wie  in  unserem
  Verstande,  so  daß  es  bloß  Repräsentationen  sind,  oder
so,  daß  sie  eine  gewisse  Realirät  hatten;  waren  sie  bloß  mentales
  oder  reales?  Eine  höchst  sonderbare  Vorstellung,  eine
Idee  soll  Real-Eristenz  haben!  Gleichwohl  schien  es  denen,
die  sich  Realisten  nannten,  als  ob  jene  allgemeine  Notion  realiter
  bei  Gott  eristirt  hätte,  wie  wenn  z.  B.  bei  Gott  ein
gewisses  Jdeal  vom  Menschen  leibhaftig  existirt  hätte,  nach
dessen  Muster  er  alle  übrigen  Menschen  hervorgehen  ließ;  aber  —
meinten  sie  ferner  —  jedes  bei  Gott  eristirende  Muster  sey
unveränderlich,  auch  unendlich  vollkommener  als  Alles,  was
wir  hier  vom  Menschen  sehen;  er  habe  aus  uns  nicht  die
idealisch  vollkommenen  Menschen  machen  können,  weil  wir
Materie  sind;  jeder  bei  Gott  eristirende  Mensch  war  ganz