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geistig.  Es  kam  noch  eine  dritte  Partei  hinzu,  die  der  Formalisten.
  Man  kamn  sich  nicht  überzeugen,  daß  diese  sich
etwas  Bestimmtes  gedacht  haben.  Es  scheint  bloß  Verwirrung
  der  Sprache  zu  seyn.  Wie  konnte  aber  die  Frage  und
dieser  Streit  in  die  Theologie  kommen?  Dieß  muß  man
sich  so  erklären.  Man  fragte  bei  jedem  Gegenstande  in  der
Theologie:  Ist  er  res  oder  nomen,  z.  B.  in  Bezug  auf  das
gettliche  Wesen?  Sagte  der  Nominalist,  Gott  sey  vomen,
so  sagte  der  Realist,  jener  mache  Gott  zu  einem  Unwesen.
Im  Abendmahl  fragte  man:  ist  der  Leib  oder  das  Blut  Chrifti
res  oder  nomen?  Indeß  ging's  in  den  ersten  Zeiten  mit  diesem
  Sereite  erträglich,  aber  im  vierten  Jahrhundert  wußte
man  nicht,  was  er  sollte.

Zu  rechter  Zeit  schrieb  Peter  Lombard,  in  Paris,
ein  Compendium,  das  den  Titel  Sentenzen  führt,  weil
das  ganze  Buch  fast  aus  nichts,  als  Auszügen  aus  den
Kirchenvätern  besteht.  Daß  es  unter  diesen  Umständen
erschien,  als  Alles  so  balancirte,  war  nicht  nur  großer  Vortheil
  für  das  Buch,  sondern  überhaupt  für  die  ganze  theologische
  Literatur;  dadurch  ward  ein  gewisses  Feld  abgeschnitten,
innerhalb  dessen  die  Theologen  turniren  konnten,  und  es  blieb
ihnen  nicht  mehr  überlassen,  welche  Fragen  sie  aufwersen  wollten.
  Sobald  man  von  Lombards  Sentenzen  abging,  verfiel
der  menschliche  Verstand  auf  die  sonderbarsten  Fragen.  Hielt
man  sich  an  sie,  so  verirrte  sich  der  menschliche  Untersuchungsgeist
  nie  so  weit.  Auch  für  die  Dogmatik  war  es  ein  großer
Vortheil,  daß  man  so  in  der  Kürze  Alles  beisammen  hatte.
Ferner  wurden  manche  Irrthümer,  die  unter  gewissen  Klassen
von  Scholastikern  herrschten,  durch  dieses  Compendium  aufgehoben.
  Was  darin  stand,  glaubte  man.

Ueberhaupt  darf  man  sich  die  erste  Periode  der
Scholastik,  das  zwölfte  Jahrhundert,  nicht  so