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daselbst  der  Universitaͤt  allgemeinen  Zulauf  verschaffte,  daß  er
oft  vor  tausend  Zuhoͤrern  las.  Aber  er  machte  traurige  Spekulationen;
  seine  Zuhdrer  verstanden  ihn  wenig  oder  gar  nicht.
Unter  Anderem  brachte  er  auch  die  Frage  in  Anregung:  de
immaculata  conceptione  Virginis  Mariae.  Dieß  bewies  er
sogleich  mit  zweihundert  Argumenten,  und,  als  die  Dominikaner
  sich  widersetzten,  zog  er  der  Argumente  noch  mehrere
berbei.  Es  wurde  ihm  in  Orford  zu  enge;  er  ging  nach  Paris,
  und  starb  als  ein  Mann  von  einigen  und  vierzig  Jahren
am  Schlagflusse.  Er  hat  in  der  kurzen  Jeit  seiner  Wirksamkeit
zwölf  Folianten  geschrieben,  aber  für  die  Vergessenheir.

Seit  dem  dreizehnten  Jahrhundert  war  man  nicht  damit
zufrieden,  über  Aristoteles  zu  kommentiren,  sondern  man  fing
an,  arabische  Philosophen  zu  übersetzen;  wovon  die  Folge
war,  daß  öffentlich  in  den  philosophischen  und  theologischen
Hörsälen  krasser  Spinozismus  gelehrt  wurde.  Denn  die  arabischen
  Philosophen  waren  größtentheils  Spinozisten;  sie  confundirten
  Welt  und  Gott  miteinander.  Wurden  die  Bischöfe
daruͤber  stutzig,  so  hatten  die  Theologen  folgende  Ausflucht:
sie  disputirten  bloß  philosophice;  Philosophia  sen  Anvilla,
Theologia  die  Domina.  Es  gibt  keine  bessere  Art,
die  Theologie  lächerlich  zu  machen,  als  wenn
man  sie  mit  der  Vernunft  in  Widerspruch  setzt.
Die  Wirkung  davon  zeigte  sich,  daß  man  zuletzt  gegen  Offenbarung
  völlig  gleichgültig  wurde.

Doch  stand  es  mit  der  Theologie  im  Ganzen  noch  bes
ser  als  mit  der  Religion.  Seit  den  Zeiten  der  Kreuzzüge
war  einer  der  Hauptsätze  einer  vernünftigen  Religion,  Beleidigung
  Gottes,  als  Gesetzgeber  der  Welt,  durch
Sünde,  in  den  Gemüthern  völlig  erloschen.  Schon  vorher
war  er  geschwächt  durch  die  unseligen  Poͤnitenz-  Taxen  und
die  daraus  entspringenden  Judulgenzen.  Man  durfte  ja  nur