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1)  Ein  Schwarm  kleiner  Parteien,  so  wie  er
sich  vorzüglich  in  cinzelnen  bischöflichen  Didzesen  in  Dedtschland
  hervorgethan  hat.

2)  Die  beiden  großen  Hauptparteien  in  Piemont
  und  Languedoc:  Waldenser  und  Albigenser.

Bei  der  ersten  Abtheilung  zu  verweilen,  ist  überflüssig;
denn  da  kommen  nicht  alleln  unsäglich  viel  Albernheiren  vor,
sondern  unter  diesen  Parteien  sind  auch  Viele,  die  man  in  der
That  nicht  unter  die  Ketzer  zählen  kann,  die  aber  einmal  auf
der  Ketzer-Rolle  stehen.  So  gehdren  darunter:  die  Stedinger,
  Bauern  im  Bremischen,  die  dem  Bischofe  den  Zehenten
nicht  geben  wollten,  der  sie  daher  verketzerte  und  bekriegte;  ja,
es  wurde  sogar  Kreuzzug  gegen  sie  gepredigt.  Auch  kommen
darunter  die  sogenannten  Begharden  und  Beguinen  und
Andere  vor  —  alles  bloß  schwärmendes  Volk,  das  etwa  als
Tertiarier  in  den  Franziskaner-Orden  trat.  Unter  diesen
fielen  auch  große  Ausschweifungen  vor.  So  warf  sich  z.  B.
ein  gewisser  Tanquelinus,  wahrscheinlich  ein  Deutscher,
zum  Chef  einer  solchen,  mit  ihrer  Geistlichkeit  unzufriedenen
Partei  auf.  Was  ihm  vorzüglich  zum  Verbrechen  gemacht
wurde,  war  seine  Behauptung,  er  sey  Gottes  Sohn.  Die
Pfaffen  leiteten  daraus  her:  er  behaupte,  er  sey  Christus.
Allein,  es  war  bei  ihm  mißverstandene  Idee  von  einer  Unio
mystica.  Er  war  Schwirmer,  aber  dabel  doch  eigentlich  ein
Schurke.  Er  erklärte  einmal,  daß  er  sich  feierlich  mit  der
Jungfrau  Maria  vermählen  werde,  und  hängt  ein  Bilb  mit
einem  Beutel  hin,  worin  man  ihm  zu  seiner  Hochzeit  opfern
sollte.  —  Dahin  gehören  endlich  auch  die  Flagellanten,
die  durch  Geißelung  und  Zerfleischung  ihres  Korpers  sich  den
Weg  zum  Himmel  zu  bahnen  glaubten.

Die  Geschichte  der  Albigenser  und  Waldenser  aber
ist  folgende.  Es  war  in  Lvou.  ein  augesehener  Kaufmann,

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