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apostolisch  eingerichtet.  Wenn  sich  ein  Mitglied  der  Gemeinde
verging,  wurde  es  ganz  von  aller  Brüderschaft  ausgeschlossen,
mußte  vor  der  Versammlung  draußen  warten  und  jeden
Vorübergehenden  anflehen,  dafür  zu  bitren,  daß  ihm
Gott  seine  Sünden  vergeben  wolle.  Von  Ablaß  und  Indulgenzen
  wollte  er  nichts  wissen.  Aber,  wie  alle  Schwaͤrmer
  thun,  die  sich  so  für  sich  selbst  aufhelfen  müssen,  die
Bergpredigt  nahm  er  ganz  nach  dem  Buchstaben,  verbot  deßwegen
  allen  Krieg,  auch  die  Selbsiverkheidigung,  die  Lebensstrafe,
die  Eide.

Bei  den  Bedörfnissen  des  Volkes  mußte  sich  die  Partei
der  Waldenser  ausbreiten,  vorzüglich  in  Languedoc  und  im
oberen  Italien.  In  Languedoc  bekamen  sie  den  Namen:  Albigenser.
  Man  begreist  darunter  aber  oft  nicht  nur  die
in  Languedoc  ausgebreiteten  Waldenser,  sondern  auch  eine  andere
  Partei,  der  man  als  Hauptcharakter  manichdische  Grundsätze
  zuschreibt.  Wenn  wir  nach  den  Verhèr-Aussagungen,  die
wir  von  der  katholischen  Geistlichkeit  haben,  gehen  dürfen,  so
wären  sie  Manichäer;  sie  setzten  nämlich  den  Teufel  Gett
gleich,  nahmen  gleichsam  zwei  Allmächtige  an.  Selbst
in  der  katholischen  Kirche  räumte  man  dem  Teufel  viele  Gewalt
  ein,  und  alles  unaufgeklärte  Volk  schreibt
dem  Teufel  zu  viel  zu,  sieht  Gott  und  den  Teufel,  recht
wie  die  Manichäer,  als  zwei  einander  enrgegenwirkende,  fast
gleich  mächtige  Wesen  an.  Es  ist  also  kein  Wunder,  wenn
eine  Partei  der  Art  in  Languedoc  und  in  Italien  zum  Vorschein
  kommt.  ·

Da  seit  dem  dreizehnten  Jahrhundert  ganze  Schwaͤrme
dieser  Art  zusammen  kamen,  und  diese  zwei  Hauptparteien
sich  zeigten,  so  suchte  natuͤrlich  die  große  Kirche  ihre  Herrschaft
  zu  behaupten;  man  suchte  zu  bekehren,  zu  zwingen.
  Die  Bischöfe  schienen  anfangs  gleichgültig  dagegen