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einer  Universität  ausgehen,  und  das  geschah  auch  in
der  Mitte  des  vierzehnten  Jahrhunderts.

Johann  Wiklef  war  der  Edle,  der  mit  mächtigeren
Schritten,  als  nach  ihm  Huß,  mit  dem  Muthe  eines  Luther,
von  allen  Seiten  erst  die  Hierarchie,  dann  die  Dogmatik
  zu  bestürmen  anfing.  Seine  Lebensgeschichte  ist  diese.
Er  wurde  geboren  ungefähr  im  ersten  Viertel  des  vierzehnten
Fahrhunderts,  machte  die  gewöhnliche  Carriere  eines  englischen
Studenten,  wurde  in  einem  Collegium  Scholar,  Socius  Collegii,
  bekam  endlich  eine  Professur  der  Theologie  in  Orford.
Zwanzig  Jahre  war  er  schon  im  Amte,  und  man  hörte  nichts
von  ihm;  denn  er  war  wohl  ein  scharfsinniger  Kopf,  aber
nicht  für  Neuerungen  gestimmt.  In  seinen  Vorträgen  mag
er  oft  Keime  dazu  ausgestreut  haben,  aber  man  bemerkte  es
nicht.  Erst  bei  folgender  Veranlassung  wurde  er  gleichsam
aus  seiner  Höhle  hervorgereizt.  Als  er  zum  Rector  College
gewählt  wird,  empören  sich  dagegen  die  Bettel-  Moͤnche,  die
auch  im  Collegium  waren.  Diese  suchten  sich  der  Fakaltät
und  des  Collegiums  zu  bemeistern,  und  wollten  lieber  einen
BettelMönch  zum  Rektor  haben.  Weil  aber  die  Gegenpartei
aufmerksam  war,  so  brachte  Wiklef,  als  entschlossener  Mann,
die  Sache  vor  den  Erzbischof.  Dieser  aber,  von  den  Bettel-Mönchen
  gewonnen,  entscheidet  gegen  ihn.  Er,  noch  nicht
verdrossen,  appellirt  an  eine  Provinzial-Spynode;  aber  da  der
Erzbischof  auf  derselben  die  Hauptperson  war,  entscheidet  auch
diese  gegen  ihn.  Darauf  geht  er  selbst  nach  Rom.  Man

stellte  sich  immer,  wie  auch  Luthers  Beispiel  zeigt,  in  der  Entfernung
  Rom  als  den  Ort  orr  Justiz  vor.  Der  Pabst  schickt
einen  Legaten  hin,  die  Sache  zu  untersuchen;  aber  der  Legar,
und  selbst  der  Pabst  spricht  gegen  ihn.  Ein  Mann  von  lebcbaftem
  Gefühl,  reich  an  gesammelren  Kenntnissen,  der  Manches
  unangctastet  gelassen  und  übersehen  hatte,  weil  doch