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allgemein.  Da  schien  wieder  Keim  einer  allgemeinen  Reformation
  zu  werden,  die  dießmal  tiefer  gehen  konnte.  Aber  es
kam  dabei  nicht  einmal  so  weir,  wie  bei-  der  Reformation
durch  Wiklef,  es  wurde  nicht  so  viel  Licht  gewonnen.  Unter
der  ganzen  Partei  der  Calirtiner,  die  den  Kelch  im  Abendmahl,
  nachher  auch  freien  Gebrauch  des  Wortes  Gottes  forderten,
  war  kein  einziger  recht  aufgeklärter  Kopf,
sondern  nur  Stürmer,  Mädnner,  die  alle  fühlten,  daß
den  Laien  Unrecht  geschehen  sey,  die  negativ  wohl  bestimmen
konnten,  was  der  Kirche  fehle,  aber  kein  Kopf,  der  die
Wahrheit  geschickt  zu  finden  im  Stande  gewesen
  wäre,  der  im  Stande  gewesen  wärc,  Wilklefs  Idcen
recht  zu  benutzen,  wenn  er  auch  in  die  glückliche  Lage  gekommen
  wäre,  so  allmählich  von  Licht  zu  Licht  sortzuschreiten,
wie  Wiklef  und  Luther.  Wie  es  allen  schwärmerischen  Parteien
  geht,  die  nicht  von  einem  hellen  Kopse  geleitet  werden,
so  ging  es  auch  dieser;  ehe  sie  zwei  Jahre  eristirte,  wurde  sie
politisch  mißbraucht.  Einer,  Johann  Rokyczana,
warf  sich  darunter  auf,  ein  durchtriebener  Mann,  der  wohl
Lust  hatte,  Pabst  zu  werden.  Seine  politische  Arglist  verdarb
  die  Böhmen,  und  die  Partei  theilte  sich  in  mehrere
kleine  Parteien.

Also  jede  Bewegung,  jeder  Versuch  für  Reformation  bewirkte
  am  Ende  einen  nur  schlimmeren  Zustand.  Vor
den  böhmischen  Unruhen  war  es  gar  nicht  Kirchengesetz,  daß
die  Laien  im  Abendmahle  den  Kelch  nicht  genießen  sollten,
sondern  bloß  Observanz;  sobald  aber  die  Böhmen  den  Kelch
ungestüm  forderten,  erhob  man  es  zum  Gesetz.  Obgleich
man  eingestand,  Christus  habe  befohlen,  daß  Alle  im  Abendmahle
  den  Kelch  trinken  sollten,  dieß  sey  allgemeine  Sitte  der
ersten  christlichen  Kirche  gewesen;  so  befahlen  doch  die  heiligen
Baͤter,  Christus  und  dem  Gebrauche  der  alten  Kirche  zuwider,