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auch  zu  groß  —  Goldkörner  in  einem  so  furchtbaren  Schutthaufen
  zu  suchen,  bei  dem  überdieß  noch  ein  Cerberus  lag,  der
nicht  in  demselben  wühlen  lassen  wollte.  Dazu  kam:

2)  Alle  diese  durch  klassische  Lireratur  aufgeklärten  Kopfe
nahmen  es  sich  zum  gewöhnlichen  Thema,  über  die  Pfaffen
  und  die  faulen  Bäuche,  die  Mönche,  zu  spotten.
  Und  wenn  die  Geistlichkeit  zeigte,  daß  sie  verbrennen
lassen  könne,  so  zogen  sich  die  schönen  Geister  zurück.  Sie
waren  zu  schön,  als  daß  sie  brennen  wollten!

3)  Klassische  Literatur  veredelt  zuerst  nur  den  Auedruck;
aber  es  läßt  sich  coeristirend  denken,  daß  Einer  bewandert  in
den  alren  Autoren,  und  doch  dabei  ein  wahrhaft  unaufgeklärter
  Mann  seyn  kann.  Klassische  Literatur  ist  bloß
Veranlassung  zur  weiteren,  wahren  Aufklärung;
sie  klärt  nicht  selbst  auf.

Ferner  fing  man  seit  dem  Ende  des  vierzehnten  Jahrhunderts
  an,  mehr  als  jemals  die  Muttersprache  zu
treiben,  besonders  Predigten  und  ascetische  Bücher  darin  zu
verfertigen.  Das  mußte  ja  doch  in  allen  Ideen  große  Revolution
  hervorbringen,  wenn  das,  was  man  bisher  Lateinisch
ausdrückte,  in  einer  andern  Sprache  gesagt  wurde;  olle  jene
schokastischen  Subtilitären,  an  die  sich  der  Theolog  gewöhnt
hatte,  mußten  bei  der  Umsetzung  in  eine  andere  Sprache  wegfallen.
  Die  deutsche  Sprache  war  der  scholastischen
  Feinheit  nicht  fähig,  zu  welcher  die  lateinische,
  auf  Kosten  ihrer  Reinheit,  ausgebildet
war.  Das  mußte  Aufklärung  unter  dem  Volke  nach  sich
ziehen,  hesonders  da  man  seit  dem  Ende  des  vierzehnten  Jahrhunderts
  eigene  Stiftungen  für  Predigten  in  der  Muttersprache
findet,  auch  die  Geschichte,  durch  die  großen  Ermunterungen
Kaiser  Maximilians  I.,  darin  geschrieben  wurde.  Aber
wie  weit  man  noch  von  der  großen  Wirkung,  die  hernach

Spitmer's  sämmtliche  Werse.  IX.  Bo-  35