Die  Hohenzollern  u.  d.  Patrimonialstaat.  1415  bis  1640.  59

die  privatrechtliche,  patrimoniale  Auffassung  ersetzt  durch  die
moderne  staatsrechtliche.  Später  hat  freilich  Joachim  I.
durch  Testament  vom  Jahre  1534  seinem  Sohne  Johann  aus
zweiter  Ehe  die  Neumark  zugewendet  und  hinterließ  danach
1535  Brandenburg  seinen  beiden  Söhnen  geteilt.  Nachdem
aber  der  jüngere  Johann  am  13.  Januar  1571  ohne  männliche
  Nachkommen  starb,  war  die  Teilung  nur  vorübergehender
  Natur.  Auch  Johann  Georg  versucht  eine  Verletzung  der
Achillea.  Er  vermacht  dem  ältesten  Sohne  dritter  Ehe  die
Neumark,  gibt  aber  hierdurch  nur  den  Anstoß  zum  alsbald
zu  betonenden  Geraischen  Vertrag.  Endlich  hat  der  Große
Kurfürst  dem  Sohne  seiner  zweiten  Gemahlin  einzelne  Herrschaften
  eingeräumt,  jedoch  hat  Friedrich  I.  die  Gültigkeit  dieser
Bestimmung  nicht  anerkannt.  Die  Vereitelung  der  Zwecke
der  Achillea  gelang  daher  nicht;  jene  Verirrungen  waren
weder  von  dauernder,  noch  von  weittragender  Bedeutung.
Die  fränkischen  Lande  bestanden  aber  im  alten  Deutschen  Reiche
als  Markgrafschaften  Bayreuth  und  Ansbach  fort.  Nachdem
die  dort  regierenden  Familien  ausgestorben  waren,  erfolgte
1486  die  endgültige  Trennung  und  dann,  nach  kurzem  Heimfall
  an  die  brandenburgische  Linie  (1791),  die  Vereinigung
mit  Bayern  infolge  des  Tilsiter  Friedens  (1807).  Nur  die
drei  ersten  hohenzollernschen  Kurfürsten  waren  zugleich  fränkische
  Markgrafen.

Eine  fast  unscheinbare  Tatsache  gewann  unter  Albrecht
Achill  staatsrechtliche  Bedeutung,  weil  durch  sie  das  Streben,
regelmäßige  und  dauernde,  von  den  Ständen  unabhängige
Einnahmen  zu  gewinnen,  von  Erfolg  gekrönt  wird:  im  Jahre
1483  wird  auf  sieben  Jahre  das  sog.  Biergeld  zum  ersten  Male
bewilligt.  —  Uhrigens  vergrößerte  sich  das  Land  unter  seiner
Herrschaft  um  Krossen  und  Züllichau  (1482).

IV.  Die  Regierung  Johann  Ciceros  (1486—1499)  zeigt
uns  zunächst  die  —  1488  auf  einem  Ständetage  zu  Berlin