3  l.ehrgebiet  und  I.ehrberrieb,.

zugänglich  sind.  Der  Vorstand  ist  regelmäßig  der  Ordinarius  des
betreffenden  Faches;  neben  dem  Vorstand  besitzt  nur  das  homiletische
Seminar  in  München  einen  Assistenten.  Die  äußere  Organisation  der
Seminare  ist  insofern  verschieden,  als  an  einzelnen  Universitäten  jedes
theologische  Seminar  für  sich  besteht,  während  an  anderen  das
„katholisch-theologische  Seminar“  in  mehrere  Abteilungen  zerfällt.
Die  innere  Organisation  eines  jeden  Seminars  bezw.  einer  jeden  Abteilung
  ist  Sache  des  betreffenden  Vorstandes,  der  die  praktischen
Übungen  nach  freiem  Ermessen  in  jedem  Semester  bestimnit.  Die
praktischen  Übungen  sind  bald  ein-,  bald  zweistündig  in  der  Woche.
Nach  denı  Stande  des  Sommersemesters  1903  gestalteten  sich  die
Seminarverhältnisse  an  den  einzelnen  Fakultäten  wie  folgt:

1.  In  Bonn  ist  das  „katholisch-theologische  Seminar“  in  ein  wissenschaftliches
nnd  ein  katechetisch-homiletisches  eingeteilt.  Das  wissenschaftliche  zerfüllt  in
5  Abteilungen  für  Altes  und  Neues  "Testament,  Kirchengeschichte,  Dogmatik
und  Moraltheologie.  Ihre  Übungen  sind  zweistündig  und  in  der  alljährigen
Chronik  der  Universität  Bonn  wird  ein  kurzer  Bericht  über  ihre  Tätigkeit  von
jedem  Vorstand  gegeben.  Außerhulb  des  Seminars  wurden  im  S.-.5.  1903
Übungen  auf  dem  Gebiete  der  Patrologie  und  der  Apologetik  abgehalten.

2.  Das  „katholisch-theologische  Seminar“  in  Breslau  hat  4  Abteilungen  für

Altes  und  Neues  Testament,  Kirchengeschichte  und  Dogmatik.  Die  Übungen

sind  einstündig,  für  das  Neue  'Testament  in  zwei  Kursen,  einem  für  Anfünger,

dem  andern  für  Fortgeschrittene.  Über  die  Tätigkeit  der  einzelnen  Abteilungen
wird  ebenfalls  in  der  alljährigen  Uhronik  der  Universität  berichtet.  Das  Verzeichnis
  der  Vorlesungen  für  das  S.-5.  1903  erwähnt  außerdem  ein  kanonistisches
  Konversatorium,  ein  Repetitorium  der  Pastoraltheologie,  ein  moraltheologisches
  Konversatorium,  ein  dogmatisches  Repetitorium  und  dogmengeschichtliche
  Übungen  in  je  einer  Stunde:  eine  Einrichtung,  die  offenbar  auch
das  Gros  der  Studierenden  ins  Auge  faßt  und  als  Ergänzung  der  theoretischen

Vorlesungen  für  sämtliche  ‘Theologen  nachahmenswerte  Vorteile  bietet.

Freiburg  besitzt  5  von  einander  unabhängige  Seminare:  ein  kirchenliistorisches,

archäologisches,  exegetisches  (Altes  Testament),  homiletisches  und  kanonistisches.

Die  Errichtung  eines  dogmatischen  steht  bevor.  Die  Übungen  sind  zweistündig

  mit  Ausnahme  des  exegetischen  Seminars.

4.  München  weist  nur  2  Scminare  auf,  ein  homiletisches  und  ein  kirchenhistorisches.
  Das  erstere  in  2  Kursen  mit  je  einer  Stunde,  das  letztere  mit
1—2  Stunden.  Für  das  Alte  und  das  Neue  Testament,  Dogmatik,  Patrologie
und  Moraltheologie  sind  einstündige  praktische  Übungen  z.  T.  abwechselnd
vorgesehen.

5.  Das  theologische  Semitar  von  Münster  hat  7  Abteilungen:  für  Kirchenrecht,

Pastoraltheologic,  Kirchengeschichte,  Exegese  des  Alten  und  des  Neuen  Testaments,

  Moraltheolugie  und  Dogmatik.  Die  Übungen  sind  einstündig.  Über  die

Täugkeit  der  einzelnen  Abteilungen  wird  in  der  Chronik  der  Universität  berichtet.

  Im  S.-S.  1903  wurde  auch  ein  soziales  Seminar  angekündigt.

Unter  den  Universitätsinstituten  von  Tübingen  figuriert  kein  katholisch-theologisches

  Seminar.  Teils  im  Winter-,  teils  im  Sommersemester  werden  aber

exegeßsche,  kirchenlistorische,  apologetisch-dogmatische,  kirchenrechtliche,

padagogische  und  homiletsche  Übungen  in  je  einer  Stunde  vorgenommen.

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