96  Lehrgebiet  und  l,chrbetrieb.

In  Freising  tritt  ein  7.  Lehrstuhl  für  Pastoraltheologie  hinzu,  die
in  Bamberg  mit  der  Moraltheologie  verbunden  ist,  während  sie  an
den  übrigen  staatlichen  L.yzeen  nicht  vertreten  ist,  sondern  in  dem
praktischen  Priesterseminar  doziert  wird.  Das  Lyzeum  zu  Eichstätt
besitzt  auch  einen  Lehrstuhl  für  Pastoraltheologie,  vereinigt  aber  altund
  neutestamentliche  Exegese  noch  zu  einer  Professur.

Mit  fast  jedem  der  erwähnten  L.chrstühle  sind  ein  oder  mehrere
Nebenfächer  in  verschiedenartiger  Weise  verbunden,  sodaß  noch
folgende  theologische  Fächer  an  den  Lyzeen  vertreten  sind:

Theologische  Enzyklopädie  (Bamberg,  Freising,  Regensburg),
Religionsphilosophie  (Regensburg),  biblisch-orientalische  Sprachen
(an  allen  Lyzeen),  biblische  Archäologie  fan  allen  1.yzcen),  biblische
Ilermeneutik  (an  allen  Lyzeen),  Patrologie  (an  allen  Lyzeen),  christliche
  Kunstgeschichte  (Regensburg),  Pädagogik  (Bamberg,  Freising,
Passau,  Regensburg),  Didaktik  (Passau,  Bamberg),  Kätechetik  (Eichstätt),
  Tomiletik  (Eichstätt),  Liturgik  (Eichstätt).

Die  philosophische  Scktion  hat  an  allen  Lyzeen  wenigstens.
folgende  4  Lehrstühle:  1.  Philosophie,  2.  Geschichte  und  klassische
Philologie,  3.  Naturwissenschaften  und  Chemie,  4.  Physik  und  Mathematik.
  In  Eichstätt  bestehen  zwei  Lehrstühle  für  Philosophie:
1.  Theoretische  Philosophie;  2.  Praktische  Philosophie,  Religionsphilosophie,
  Geschichte  der  Philosophie.  In  Freising  sind  die  zwei
Lehrstühle  für  Naturwissenschaften  und  Mathematik  ersetzt  durch
folgende  drei:  1.  Anthropologie,  Zoologie,  Botanik;  2.  Physik,
Geometrie  und  Astronomie;  3.  Chemie,  Mineralogie,  Geologie.

Der  Unterricht  der  Theologen  an  den  Lyzeen  umfatst  3  bezw.
4  Jahre,  wovon  das  erste  dem  philosophischen,  die  übrigen  dem  thcologischen
  zu  widmen  sind.  Während  des  ersten  Jahres  hat  jeder
Theologe  wenigstens  4  ordentliche  (4—6stündige)  Vorlesungen  aus
dem  Lehrkreise  der  philosophischen  Scktion  in  jedem  Semester  ordnungsgemäß
  zu  hören.  Die  Wahl  dieser  Vorlesungen  ist  freigegeben,
es  wird  jedoch  jedem  Theologen  anempfohlen  im  Interesse  seiner
allgemeinen  wissenschaftlichen  Ausbildung,  wenigstens  je  eine  Vorlesung
  aus  den  Hauptfächern  der  allgemeinen  Wissenschaften  (Philosophie,
  Philologie,  Geschichte,  Mathematik,  Physik,  Chemie  und  beschreibende
  Naturwissenschaften)  zu  hören.  Den  Studierenden  der
Theologie  steht  es  außerdem  frei,  während  der  Zeit  ihres  Fachstudiums
neben  den  theologischen  Fachvorlesungen  auch  philosophische  Vorlesungen
  zu  hören,  wie  cs  umgekehrt  den  Studierenden  des  philo-