Katholisch-Theologische  Fakultät.  97

sophischen  Kurses  unbenommen  ist,  auch  theologische  Vorlesungen
zu  besuchen.

Die  theologische  Studienordnung  ist  insofern  an  den  einzelnen
I.yzcen  verschieden,  als  an  einigen  das  dritte  theologische  Jahr  noch
zur  I.yzealstudienzeit  gerechnet  wird,  während  es  an  den  anderen  schon
dem  praktischen  Priesterseminar,  das  in  Eichstätt  mit  dem  Lyzeum
verbunden  ist,  angehört  und  bereits  dem  Studium  der  praktischen
Theologie  (Pastoraltheologie,  Homiletik,  Liturgik,  Katechetik)  mit
Repetitionen  über  das  Eherecht,  das  Bußsakrament,  die  Sakramentenlehre
  überhaupt  gewidmet  wird.  Ersteres  ist  der  Fall  in  Eichstätt,
Freising  und  Regensburg,  wo  somit  ein  4.  theologisches  (im  ganzen
ein  5.  Studien-)  Jahr  im  praktischen  Priesterseminar  hinzukommt.
Diese  Lyzeen  befinden  sich  somit  in  diesem  Punkte  in  einer  günstigeren
Lage  als  die  meisten  Universitätsfakultäten.

Der  Studiengang,  d.h.  die  Aufeinanderfolge  des  Studiums  der
einzelnen  Disziplinen,  ist  demjenigen  der  Fakultäten  an  den  Universitäten
  ungefähr  glech  und  mag  an  dem  Beispiel  von  Freising
illustriert  werden:

1.  theolog.  Jahr:  Enzyklopädie  und  Methodologie  der  theologischen  Wissenschaft,
2  Stunden  (Wintersemester);  Biblische  Geographie  und  Archäologie,  3  Stunden  (Sommersemester);
  Hebräische  Sprachlehre,  2  Stunden  nebst  Finführung  ins  Biblisch-Arnmäische,
1  Stunde  (Wintersemester),  in  die  «amaritanische  Sprache,  1  Stunde  (Sommersemester),
Einleitung  in  das  Alte  Testament,  2  Stunden  (Wintersemester);  Finleitung  in  das  Neue
Testament  mit  biblischer  Hermeneutik,  2  Stunden  (Wintersemester);  Exegese  des  Alten
Testamentes,  2  Stunden  (Winter-  und  Sommersemester);  Exegese  des  Neuen  Testanıentes,
2  Stunden  (Winter-  und  Sommerseinester);  Kirchengeschichie,  5  Stunden  (Winter-  und
Sommersenester);  Patrologie,  1  Stunde  (Winter-  und  Sommersemester);  Dogmatik;
6  Stunden  (Winter-  und  Sommersemester).

2.  theologisches  Jahr:  Exegese  des  Alten  und  des  Neuen  Testaments,  Kirchengeschichte,
  Patrologie  und  Dogmatik  mit  dem  1.  Jahr;  außerdem  Moraltheologie,  5  Stunden
in  beiden  Semestern;  Kirchenrecht,  4  Stunden  in  beiden  Semestern;  Pädagogik,  2  Stunden
(Wintersemester).

3.  theologisches  Jahr:  Erklärung  ausgewählter  Partien  aus  dem  neuen  Testament,
1  Stunde  in  beiden  Semestern;  Dogmatik  mit  dem  1.  und  2.  Jahr;  Kirchenrecht  mit  dem
2.  Jahr;  Moraltheologie  3  Stunden  in  beiden  Semestern;  Pastoralibeologie,  5  Stunden  in
beiden  Semestern;  Pädagogik  mit  deın  2.  Jahr  im  Wintersemester,  außerdem  2  Stunden
im  Sommersemester  für  den  3.  Kurs  allein.

Wissenschaftliche  Seminare  besitzen  die  Lyzeen  nicht;  doch
werden  praktische  Übungen  insbesondere  exegetischer,  kircheneeschichtlicher
  und  kirchenrechtlicher  Natur  an  fast  allen  Lyzcen  ın
wachsender  Anzahl  vorgenommen.  Preisfragen  werden  nicht  gestellt.

Nach  den  allgemeinen  Satzungen  findet  am  Ende  des  philosophischen
  Jahres  eine  Prüfung  statt  zum  Behufe  des  Übertritts  in  das
theologische  Studium.  Diese  Prüfung  sowie  die  übrigen  Prüfungen

Has  Unterrichtswesen  im  Deutschen  Reich.  1.  7