138  l.chrgebiet  und  Tehrbetrieb.

halten  fast  insgesamt  noch  den  von  Rudolf  Virchow  eingeführten
l.ehrbetricb  bei  und  zerfallen  demgemäß  in  einen  demonstrativen
Kurs  der  pathologischen  Anatomie  in  Verbindung  mit  Anleitung
  zu  pathologischen  Sektionen  und  in  cinen  praktischen
  Kurs  der  pathologischen  Histologie.  In  dem  ersteren
erlernen  die  Studierenden  vor  allem  die  Technik  pathologischer
Obduktionen  sowie  die  pathologisch-anatomische  Diagnose  an  der
l.eiche.  Der  I.chrbetrieb  ist  so  eingerichtet,  daß  jeder  Teilnehmer
die  kunstgerechte  Eröffnung  und  Untersuchung  der  Haupthöhlen  des
Körpers  und  der  in  ihnen  befindlichen  Organe  übt.  Daneben
werden  in  den  demonstrativen  Kursen  möglichst  viele  frische
pathologisch  -  anatomische  L.eichenpräparate  demonstriert,  die  Studierenden
  in  dem  Erkennen  der  pathologischen  Zustände  an  denselben
  unterwiesen,  weiterhin  wird  der  innere  Zusammenhang
der  Veränderungen  an  den  verschiedenen  Organen  erörtert,
um  so  das  Zustandekommen  und  den  Ablauf  des  Krankheitsprozesses,
die  Abhängigkeit  des  einen  Organs  von  dem  andern  in  komplikatorischer
  Hinsicht  dem  Verständnis  näher  zu  bringen.  Der  zweite
praktische  Kurs,  derjenige  der  pathologischen  Histologie,  beschäftigt
sich  ausschließlich  mit  der  pathologiisch-mikroskopischen  Technik.  Bei
diesen  Übungen  hat  sich  der  angrchende  junge  Arzt  die  Technik  der
mikroskopischen  Untersuchung  sowie  vor  allem  die  mikroskopische
Diagnose  pathologischer  Präparate  anzueignen.  Neben  der  Berücksichtigung
  der  verschiedenen  Färbemethoden  wird  dabei  besonders
darauf  geschen,  daß  die  Teilnehmer  lernen,  mit  den  einfachsten  Hilfsmitteln,
  Rasiermesser  oder  Doppelmesser,  von  einem  frischen  Gewebstücke
  einen  mikroskopischen  Schnitt  anzufertigen  und,  sei  es  ungefärbt,
sei  es  mit  Anwendung  der  einfachen  Färbemethoden  eine  rasche
mikroskopische  Diagnose  zu  stellen.  Es  geschicht  dies  hauptsächlich
in  der  Absicht,  um  den  Arzt  zu  befähigen,  auch  unter  den  einfachsten
Verhältnissen,  ohne  daß  ihm  ein  Speziallaboratorium  zur  Verfügung
steht,  eine  wichtige  Diagnose,  z.  B.  auf  die  Gut-  oder  Bösartigkeit
einer  Neubildung  zu  stellen.

Für  die  eigentlichen  klinischen  Studien  bildet  das  Zentrum
auf  deutschen  Universitäten  das  Studium  der  inneren  Medizin.
Der  medizinische  Unterricht  an  deutschen  Hochschulen  befolst  den
Grundsatz,  daß  die  Medizin  eine  einheitliche  Wissenschaft  ist  und  die
Richtschnur,  die  bei  dem  Studiengang  des  Mediziners  innegehalten
wird,  ist  deshalb  die,  in  allen  medizinischen  Disziplinen  gleichmäßig
gut  ausgebildete  Ärzte  heranzuziehen,  sich  dagesren  von  jeder  Züchtung